Fr, 15. Dezember 2017

Tat mitgefilmt?

12.05.2017 07:27

Mexiko: Soldaten töten mutmaßlichen Brennstoffdieb

Eine tödliche Auseinandersetzung zwischen Soldaten und mutmaßlichen Brennstoffdieben sorgt derzeit für Aufregung in Mexiko. Ein Video soll offenbar die Tötung eines Zivilisten durch Soldaten dokumentieren. Fernsehsender strahlten dazu Aufnahmen einer Überwachungskamera aus. Das Verteidigungsministerium forderte die Justiz auf, die Echtheit der Aufnahmen zu überprüfen und genau zu klären, wo sie entstanden sind. Die Justizbehörden kündigten eine Untersuchung an.

Die Bilder zeigen ein Fahrzeug, das rückwärts fährt, bis plötzlich Schüsse fallen. Dann nähern sich Männer in Militäruniform dem Wagen und ein Mann in Zivilkleidung steigt aus. Ein Soldat zwingt den Mann, sich auf den Boden zu legen, wenig später ist das Bild unterbrochen und man sieht, wie der Mann zuckt. Anschließend ist unter dem Körper des Mannes, dessen Gesicht dem Boden zugewandt ist, offenbar eine Blutlache zu sehen.

Haben Soldaten in Notwehr gehandelt?
Das mexikanische Verteidigungsministerium erklärte am Donnerstag, die Soldaten hätten nach einem Angriff durch Kriminelle das Feuer eröffnet. Die Angreifer hätten Frauen und Kinder als Schutzschilde benutzt.

Das Video fachte die Debatte über den Umgang mit Kriminellen in Mexiko erneut an. In der Presse waren die Reaktionen unterschiedlich: Während einige klar eine Tötung sahen, forderten andere, voreilige Schlussfolgerungen zu vermeiden. Die Organisation Human Rights Watch erklärte, das Video zeige eindeutig den Verstoß gegen grundlegende Normen. Im April hatte der mexikanische Senat ein Gesetz verabschiedet, das Folter durch Behördenvertreter verbietet.

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