Di, 12. Dezember 2017

Kampf gegen Sucht

11.05.2017 20:07

Australien: Drogentests bei Sozialhilfeempfängern

Um zu verhindern, dass Sozialhilfeempfänger ihre Sucht mit Steuergeld finanzieren, lässt die australische Regierung ab sofort Arbeitslose testweise auf Drogen untersuchen. Im Rahmen eines Pilotprojekts mit bis zu 5000 Teilnehmern werden mithilfe von Abwasser-Untersuchungen Regionen bestimmt, in denen die Drogenprobleme besonders groß sind. Dort sollen dann Schwerpunktkontrollen durchgeführt werden, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte.

Bei wem bei den Tests Drogen nachgewiesen werden, der soll seine Unterstützung künftig bargeldlos auf einer speziellen Bankkarte erhalten, mit der nur lebensnotwendige Dinge wie Essen und Unterkunft bezahlt werden können. Wer bei den Tests mehr als einmal durchfällt, wird zur Untersuchung und Behandlung an Mediziner überwiesen.

"Wir werden das mit nur 5000 Menschen ausprobieren, und wenn es nicht funktioniert, dann werden wird es beenden", sagte Australiens Finanzminister Scott Morrison. Wenn es funktioniert und den Betroffenen hilft, soll das Programm fortgesetzt werden.

Mit dem Testprogramm und weiteren Maßnahmen hofft die Regierung in Canberra, in den nächsten vier Jahren mehr als 600 Millionen australische Dollar (rund 407 Millionen Euro) an Steuergeldern zu sparen. Zu dem Paket gehört auch der Plan, Sozialhilfezahlungen von Arbeitslosen einzubehalten, die Bewerbungsgespräche und Gesprächstermine verpassen. Das Projekt solle Menschen helfen, die bestmögliche Chance auf einen Arbeitsplatz zu erhalten, sagte Sozialminister Christian Porter. Es gehe um eine Verhaltensänderung.

Sozialverbände: "Weitere Dämonisierung" von Betroffenen
Australische Sozialverbände kritisieren den Ansatz. Er führe zu einer "weiteren Dämonisierung" von Sozialhilfeempfängern, sagte Cassandra Goldie vom Australian Council of Social Service. Es sei ein weiterer Schlag gegen das Sozialsystem.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden