Di, 21. November 2017

Defekt oder Fehler?

11.05.2017 23:05

Rätsel um „Tiefflug“ vor Heli-Absturz

Ein Hubschrauber-Ausflug ins Achenseegebiet endete am Mittwoch - wie berichtet - mit einem Drama: Die Tiroler Unternehmer Peter H. (55) und Richard G. (52) kamen nach der Kollision mit dem Seil einer Materialseilbahn ums Leben. Eine wichtige Frage bei den Ermittlungen: Warum war der Klein-Heli viel zu tief?

Pilot Peter H. betreibt in Mils bei Hall eine Immobilienfirma. Sein Nachbar im dortigen Gewerbegebiet ist der Elektrounternehmer Richard G. Die beiden nutzten den blitzblauen Himmel, um mit dem Kleinhubschrauber der Marke Bell 47 ins Gebirge zu fliegen.

Gegen maximal 70 Meter hohes Seil

Nahe der Gramaialm unweit des Achensees kollidierte der Heli mit dem Seil, das in maximal 70 Meter Höhe das Tal überspannt. Für Klaus Hohenauer, Leiter der Luftfahrtbehörde in Tirol, stand schon einige Stunden nach dem Unglück fest: "Die Mindestflughöhe von 150 Metern wurde unterschritten."

Materialseilbahn mit Kugeln abgesichert

Nun versucht man zu ermitteln, warum der Heli zu tief flog - theoretisch könnte auch ein vorangegangener technischer Defekt dahinterstecken. "Die Materialseilbahn war jedenfalls ordnungsgemäß abgesichert. Es waren wie vorgeschrieben große Kugeln daran befestigt", erklärte Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht beim Land. Sein Amt stellt den Ermittlern nun die Unterlagen über den Piloten zur Verfügung, vor Ort untersuchten gestern die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes, ein gerichtlich beeideter Sachverständiger und das LKA den Absturz. Laut Knapp war der Flug laut bisherigen Ermittlungen legal, eine Zwischenlandung im Naturschutzgebiet wäre ohnehin verboten.

Unglück auch auch Videos festgehalten

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf das beschlagnahmte Wrack der Bell. Es wurde zur Untersuchung nach Stans gebracht. Auch die gestrige Obduktion der Opfer könnte Aufschlüsse bringen. Offenbar existieren zwei Videoaufnahmen vom Unglück: Einmal von der Webcam des Gasthofes Gramaialm, auch ein Wanderer soll die Tragödie filmisch festgehalten haben.

Stationiert am Flughafen Innsbruck

Pilot Peter H. hatte den kleinen privaten Hubschrauber am Flughafen Innsbruck stationiert, von dort startete er auch am Mittwoch. "Hin und wieder hatte er um die Genehmigung für eine Außenlandung angesucht, um direkt zu seinem Heimatort zu fliegen", hieß es gestern von der Gemeinde Tulfes. Dort trauert man ebenso wie in Hall, der Heimatstadt des zweiten Insassen Richard G.

Andreas Moser, Kronen Zeitung

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