Sa, 25. November 2017

Rudi Trauner:

10.05.2017 19:00

„Mich hat Blitz getroffen, das Leben geht weiter“

"Eine Parkinson-Erkrankung zwingt mich zum vorzeitigen Rücktritt als Präsident der Wirtschaftskammer OÖ" Rudolf Trauner überraschte gestern zwei Stunden vor dem Rücktritt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner mit der Mitteilung, dass er als WKOÖ-Präsident bereits am 21. Juni zurücktreten und seine Agenden nach über 13 erfolgreichen Jahren an Doris Hummer übergeben wird. Danach öffnete Trauner im Gespräch mit der "OÖ-Krone" sein Herz.

Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Wie geht es Ihnen, Herr Präsident?
Danke, die ärztliche Diagnose am vergangenen Montag hat mich wie ein Blitz getroffen und sehr geschockt. Aber ich weiß von den Ärzten, dass Parkinson heute gut behandelbar ist. Ich  gebe mich nicht auf, ich werde mit aller Kraft gegen die Erkrankung kämpfen.
Es heißt, Sie hätten sich seit Monaten nicht wohl, sondern krank gefühlt.
Das ist richtig. Gewisse Ermüdungserscheinungen habe ich darauf zurückgeführt, dass ich 14 Kilo abgenommen habe. Alarmierend war für mich letztlich, dass mir plötzlich die Füße   weh taten und dass diese Schmerzen vor allem bei Wärme sehr stark waren.
Was raten Ihnen die Ärzte?
Sie haben mir dringlich empfohlen, mein tägliches Arbeitspensum deutlich einzuschränken. Und das tue ich nun nicht nur meiner Gesundheit wegen, sondern auch, weil ich keinesfalls möchte, dass meine Erkrankung die engagierte interessenspolitische Arbeit der WKOÖ für ihre Mitgliedsbetriebe behindert. Aus diesem Grund lege ich auch alle meine weiteren Ämter, wie etwa den Aufsichtsratsvorsitz in der VKB-Bank, mit sofortiger Wirkung zurück.
Also Rücken frei für Ihre Behandlung und Genesung?
Ich werde möglichst rasch alles regeln und natürlich  bestmöglich an Doris Hummer übergeben.  Ich nehme die verordneten Medikamente mit Zuversicht und werde vier Wochen auf Reha gehen. Aus meiner Familie, vor allem von meiner Frau Ingrid, schöpfe ich sehr viel Kraft. Der Trauner Verlag und die Druckerei sind bei ihr, meinem Sohn Rudi und unseren Mitarbeitern in sehr guten Händen.
Ihr persönliches Vermächtnis nach über 13 Präsidentenjahren in der WKOÖ?
Ich bin auf vieles stolz, ganz besonders jedoch auf die Erfolge unseres hervorragend ausgebildeten Berufsnachwuchses.
Ein Abschied mit Wehmut?
Ja, doch, weil mich das Amt erfüllt hat. Ich freue mich aber darüber, dass ich es unbeschadet und mit Anerkennung übergeben darf.

Max Stöger, Kronen Zeitung

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