Mi, 13. Dezember 2017

4-tägiges Training

10.05.2017 15:54

Simulationen: Ärzte üben Geburtsszenarien

Rund 2400 Geburten werden an der Uniklinik Innsbruck jährlich durchgeführt, doch nicht alle davon verlaufen ohne Komplikationen. In rund 50 Fällen geht es um Leben und Tod. Ein 4-tägiges Simulationstraining bereitet derzeit das Ärzte- und Pflegepersonal auf solche kritische Notfälle vor. Kostenpunkt: Rund 20.000 Euro.

Oberärzte, Assistenzärzte und Hebammen schwirren im Kreißsaal umher. Ihre gesamte Konzentration liegt auf einer schwangeren Frau - eine Simulationspuppe - die ein Kind zur Welt bringt und vor Schmerzen schreit. Schnell wird klar, dass es eine komplizierte Geburt werden wird. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist notwendig und entscheidet sogar über Leben und Tod.

Notfälle, die selten vorkommen, werden traininert

"In der Simulation läuft alles genauso ab, wie in der Realität. Es sind zwischen acht und zehn Ärzte sowie Hebammen involviert und keiner weiß im Vorhinein, um welchen Notfall es sich tatsächlich handelt", erklärt Oberarzt Markus Thaler von der Uniklinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Die Liste der Komplikationen ist lang. "Schwangere können zum Beispiel einen epileptischen Anfall bekommen. Auch Erkrankungen, die bei den Frauen bis zu einer Leberruptur führen können, zählen dazu", präzisiert Angela Ramoni, Oberärztin an der Uniklinik für Frauenklinik und ergänzt: "Derartige Notfälle kommen in der Realität zum Glück nicht allzu häufig vor. Umso wichtiger ist es, dass das Personal diese Eingriffe immer wieder gut trainiert."

"Die Fehler sind häufig banal"

Hinzu kommt, dass das Personal bei solch schwierigen Geburten stark gefordert wird, unter Stress steht und sich dadurch auch immer wieder Fehler einschleichen können. "Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 80 Prozent der Pannen durch banale Sachen entstehen. So läuft zum Beispiel die Kommunikation unter den behandelnden Ärzten und Hebammen nicht immer einwandfrei. Oder einer der Beteiligten weiß nicht, wo man einen Defibrillator einschaltet", sagt Thaler.

Simulationen werden gefilmt und analysiert

Und wie werden diese realitätsnahen Simulationstrainings vom Personal angenommen? "Alle sind begeistert. Jede Trainingseinheit wird nämlich per Videokamera aufgenommen, das gesamte Material wird dann gemeinsam angesehen und es werden mögliche Verbesserungen in den Abläufen ausgearbeitet", so Ramoni.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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