Sa, 25. November 2017

Fleischerbeil dabei

11.05.2017 09:27

61-Jähriger: „Juden, lauft, bevor ich euch töte!“

Ein ein Fleischerbeil und ein Messer schwingender und um sich schreiender Mann hat am Dienstag in einem Viertel im Norden Londons für Aufregung gesorgt. "Juden, rennt weg, bevor ich euch töte!", soll der 61-Jährige gerufen und mehrere Menschen bedroht haben. Verletzt wurde niemand, der Mann ist in Haft.

Auf einem Video ist zu sehen, wie sich der 61-Jährige mit den Waffen in seinen Händen vor einem Geschäft postierte. Laut "Daily Mail" handelt es sich um einen Laden in Hackney im Norden Londons, der koschere Lebensmittel anbietet. Eine Frau, die den Laden in der Upper Clapton Road gerade betreten wollte, witterte sofort die Gefahr und drehte um, während der Mann durch die Tür rief: "Wer ist der Chef hier? Ich werde ihn töten!"

Als ihm dem Bericht zufolge gesagt wurde, dass der Besitzer des Geschäfts nicht da sei, bedrohte er zunächst einen orthodoxen Juden, der ebenfalls in den Laden gehen wollte, und ging anschließend mit den Waffen fuchtelnd der Frau, die die Szene beobachtet hatte, und einer Passantin hinterher. Er habe gerufen: "Juden, lauft, bevor ich euch töte!" Die Frauen und der Bedrohte ergriffen in Panik die Flucht, blieben aber unverletzt. Dem erstaunlich ruhig gebliebenen Angestellten des Ladens tat der 61-Jährige ebenfalls nichts.

Nachbarschaftswache stellte den 61-Jährigen
Zeugen zufolge flüchtete der Mann nach diesen Szenen in ein Wohnhaus in der Rossington Street, war aber von Freiwilligen der Nachbarschaftswache Stamford Hill Shomrim gesehen worden. Die Männer, die von Polizisten trainiert werden, riegelten das Gebäude ab und verständigten die Polizei. Der 61-Jährige wurde kurz nach 16 Uhr festgenommen. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass er bereits zuvor ein anderes jüdisches Geschäft im Visier gehabt hatte - da war er allerdings vor verschlossenen Türen gestanden.

Laut Polizei wurde er wegen des Verdachts auf die Auslösung eines Tumults und des Besitzes von Angriffswaffen in Gewahrsam genommen. Verletzt wurde zwar niemand, laut dem Vorsitzenden der Campaign Against Antisemitism, Gideon Falter, sei die jüdische Gemeinde durch den Vorfall aber eingeschüchtert: "Das ist ein extrem beängstigender Vorfall."

27-Jähriger wegen Terrorismus angeklagt
Ein 27-Jähriger Brite, der Ende April mit mehreren Messern nahe dem britischen Parlament und dem Regierungssitz in London festgenommen worden war, wird unterdessen wegen Terrorismus angeklagt. Er habe Vorbereitungen getroffen, eine terroristische Straftat zu begehen, hieß es in einer Mitteilung von Scotland Yard. Außerdem wird ihm vorgeworfen, 2012 in Afghanistan mit explosivem Material hantiert zu haben.

Die Festnahmen wecken schlimme Erinnerungen in London. Nahe dem Parlament hatte am 22. März der 52-jährige Khalid Masood zunächst absichtlich mit einem Auto mehrere Fußgänger angefahren und anschließend einen Polizisten erstochen. Fünf Menschen starben. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen.

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Redaktion
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