Di, 21. November 2017

Frühling in Wien

20.05.2017 10:28

Ein Spaziergang durch die Hauptstadt

Prachtvolle Gärten - nicht nur entlang der Ringstraße - laden ebenso wie barocke Parkanlagen nach Schönbrunn, in den Augarten, oder ins Belvedere. Und im Prater blühen auch wieder die Bäume ..

9 Uhr früh - Wien Volksgarten. Um uns pulsiert der Morgenverkehr zwischen den Prunk-Palais der Ringstraße. Wir aber tauchen ein - geleitet von Fremdenführerin Ilse Heigerth - in das leise Paradies des ersten öffentlichen Parks von Wien, der bereits 1820 angelegt wurde - nachdem Napoleon die große Burgmauer gesprengt hatte.

Architektonisch geplant wurde der Volksgarten mit höchst übersichtlichen Wegen - zwecks Überwachung der Besucher. Im Zuge des Ringstraßenbaus entstand dann im französischen Barock-Stil des legendären Rosengarten. Heute findet der Gast hier über 2000 Rosensträucher, die schon in wenigen Tagen ihre duftenden Blüten-Köpfe dem Himmel entgegen strecken werden. Mitunter auch liebevolle Botschaften überbringen, denn, so Ilse - unser Guide: "Privatpersonen können Rosenpatenschaften übernehmen. Der jeweilige Strauch wird einer geliebten Person gewidmet. Was auf Täfelchen - für jeden Besucher gut sichtbar -vermerkt ist." Und am Ende des Sommers dürfen die letzten Blüten mit nach Hause genommen werden. Wir spazieren vorbei an der Sisi-Statue, die hier in Stein gemeisselt für unzählige Touristen aus aller Welt immer noch Hof hält.

Burggarten und Palmenhaus
Weiter geht es flotten Schrittes in den Burggarten. Angelegt im Stil eines englischen Landschaftsgartens mit vielen Bäumen wirkt er eher dunkel. Luftig und hell hingegen das Palmenhaus, welches hier 1900 von Friedriech Ohmann errichtet wurde. Ein Muss-Abstecher: Das Schmetterlingshaus, wo sich 150 verschiedene Arten tummeln.

Unser Grüppchen tummelt sich hingegen hinunter in den Stadtpark, der als zweiter öffentlicher Park von Wien gilt. Angelegt auf dem sogenannten Wasserglacis - und eine Trinkhalle für Heilkuren hat es hier einst auch gegeben. Ebenso wie die "Sesselweiber". Resche Wienerinnen, bei denen man gegen einen Obolus Sitzgelegenheiten erwerben musste - um etwa den Tönen der Strauß-Dynastie lauschen zu dürfen. Zu parlieren, flirten und flanieren. Übrigens: Die goldene Strauß Statue gilt als das meistfotografierte Denkmal von ganz Wien!

Belvedere
Raschen Schrittes "flanieren" wir weiter in den Schlosspark Belvedere. Das obere Belvedere galt als Manifestation der Macht von Prinz Eugen von Savoyen, dem reichsten und mächtigsten Mann seiner Zeit. Kurzer Zwischenstopp im ältesten Alpengarten der Welt. Über 4000 Pflanzenarten dürfen hier bewundert werden. Und auch so manche Philosophie, etwa von Chefgärtner Michael Knaack, der hier seit 27 Jahren den Spaten in der Hand hält und meint "eigentlich den schönsten Beruf der Welt zu haben." Gemeinsam mit bis zu 1500 Mitarbeitern der Wiener Stadtgärten Jahr für Jahr Wien begrünt. Mit 360.000 Frühjahrsblüher, 1,5 Millionen Sommerblumen, 60.000 Herbst-Blumen sowie eine Million Blumenzwiebeln. Und 300.000 Bäume gilt es auch noch zu betreuen.

Schönbrunn
In Schönbrunn, einer der größten Parkanlage von Wien. Hier hatte sich einst Franz I. Stephan von Lothringen ausgetobt. Er gründete 1752 den ältesten Zoo der Welt, einen botanischen Garten, Weingärten, Glashäuser für die Überwinterung exotischer Pflanzen - und beschäftigte die berühmtesten Gartenarchitekten seiner Epoche.

Im Prater
Wir erfahren auch, dass Wien mit einem Anteil von 50 Prozent Parkfläche zu den grünsten Metropolen der Welt überhaupt zählt. Eine Stadt, die mittlerweile zum achten Mal in ununterbrochener Reihenfolge zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität der Welt gewählt wurde. Wovon wir uns wenig später bei einem Spaziergang durch den "Grünen Prater" abermals überzeugen können. Der zu den zehn schönsten Stadtparks der Welt zählt.

Nahezu 5000 Kastanien-Bäume säumen die Alleen, welche nur drei Kilometer Luftlinie vom Stephansdom entfernt liegen. Und dann bekommen wir zum Abschied noch die heimliche Hymne unserer Hauptstadt mit auf den Weg: "Im Prater blüh'n wieder die Bäume. In Sievering grünt schon der Wein. Da kommen die seligen Träume. Es muss wieder Frühlingszeit sein."

Ingrid Altermann, Kronen Zeitung

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