Di, 12. Dezember 2017

Hineinhorchen

16.05.2017 08:03

Lucerne Festival: Monteverdi am Vierwaldstättersee

Die Weltstars der Klassik im Herzen der Schweiz. Von 11. August bis 10. September lotet das Lucerne Festival das Thema "Identität" aus und trifft den Nerv der Zeit. Ein Treffen am Vierwaldstättersee.

Identität" lautet das Motto des Sommers 2017 - ein brandaktuelles Thema im Spannungsfeld von Globalisierung und Migration. Was macht eine Person, eine Gemeinschaft, eine Kultur unverwechselbar? Wodurch definiert sie sich? Weltbekannte Orchester und Musiker gehen diesen Fragen nach und zeigen einmal mehr, wie es Künstler schaffen, in der global vernetzten Musikwelt ihre künstlerische Eigenart zu entwickeln und zu bewahren.

Idomeneo und Identität
Höhepunkt ist Wolfgang Amadeus Mozarts große Choroper "Idomeneo": In einer neuen Fassung übernehmen Flüchtlinge einen Part. Gemeinsam mit seinem Ensemble und Tänzern aus Afrika und Südamerika begibt sich der Spanier Jordi Savall auf die Spuren der Sklaverei - und öffnet ein Ventil für Trauer, Klage und Leid, aber auch für Hoffnungen. Um Identität geht es auch beim großen Schwerpunkt zu Claudio Monteverdi, dessen Geburtstag sich zum 450. Mal jährt. Drei Opern werden unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner aufgeführt.

Luzern
Der Rahmen für das Festival kann sich sehen lassen: Der Konzertsaal im Kultur- und Kongresszentrum, kurz KKL, geplant vom französischen Stararchitekt Jean Nouvel, besticht ob seiner herausragenden Akustik. Dahinter thront der "Hausberg" der Luzerner, der 2128 Meter hohe Pilatus. Vor dem schlichten dunklen Glasbau ruht der Vierwaldstättersee. Seine verzweigten Arme strecken sich - mit etwas patriotischer Fantasie betrachtet - wie ein riesiges Schweizer Kreuz aus. Sein Name stammt von den vier hier angrenzenden Waldstätten: den Kantonen Uri, Unterwalden, Schwyz und Luzern.

Die siebtgrößte Stadt der Schweiz steht bei internationalen Reisegruppen ganz oben auf der Liste. Hier, und nicht nur in Zürich oder Zermatt, legen Touristen aus Japan, Indien, Australien, Korea oder Amerika, die zwei, drei Wochen durch Europa reisen, einen Stopp ein, wenn sie von Venedig oder Mailand kommen und schon am nächsten Tag nach München, Salzburg oder Heidelberg fahren. Und staunen nicht schlecht, was alles geboten wird: Da sind nicht nur der idyllische See und die Berge als Naherholungsgebiet, sondern auch viel Geschichte, Kultur, Architektur und vor allem Lebensqualität.

Der Luzern Tourismus feilt ständig an seinen Führungen und lädt - neben klassischen Touren über die Kapellbrücke mit dem achteckigen Wasserturm, der Museggmauer und der Jesuitenkirche - auch zu einem Spaziergang durch das sogenannte Bruchquartier. In einer Broschüre neugierig gemacht, klärt sich sogleich beim Rundgang auf, was Hosenträger, Cupcakes, Wein und Schallplatten gemeinsam haben. Nämlich die Geschichte eines Viertels, das vom Steinbruch zu einem Ort der Kreativität wurde - für Schneider, Bäcker, Vinothek-Besitzer und Musikliebhaber. Oder man lauscht Brunnentratsch und Wassergeschichten rund um das einstige Fischerdorf, das rasch zu einem großen Handelsort wurde.

Auf dem Rigi
Und wird es einem einmal zu eng in der Stadt, dann ist man schnell im Grünen: oben auf dem Pilatus oder dem Rigi, oder man schlendert das Seeufer entlang. Auch eine Bootsfahrt entschleunigt und führt zu lieblichen Orten wie Vitznau, Rütli und Weggis. Luzern ist eine Stadt der vielen Möglichkeiten. Und sie hat auch zu jeder Jahreszeit etwas parat. Im Sommer heißt es aber mal Hineinhorchen ins Klangerlebnis.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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