So, 19. November 2017

72 Jahre Kriegsende

08.05.2017 18:14

Kern warnt vor „alten Rechten in neuem Gewand“

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 72 Jahren zum Anlass genommen, bei einer Gedenkfeier im Kanzleramt am Montag vor neuen faschistischen Strömungen zu warnen. Die Festrede in Anwesenheit unter anderem von Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie von Vertretern der Glaubensgemeinschaften und Opferverbände hielt die Zeitzeugin und Kärntner Slowenin Katja Sturm-Schnabl.

"Der 8. Mai ist ein Tag der Freude": Kern ließ in seiner Rede keinen Zweifel daran, was das Kriegsende für das offizielle Österreich bedeutet. Er gedachte auch der Opfer des Nationalsozialismus und würdigte den Widerstand im Dritten Reich. Der Kanzler äußerte die Sorge, dass sich die "Fratze des Rassismus und Antisemitismus" wieder vermehrt "in ungeschminkter Form" zeige. Er erinnerte an den Anstieg rechtsextremer Straftaten sowie an die "neue Rechte", die lediglich aus den "alten Rechtsradikalen in neuem Gewand" bestehe.

Mitterlehner: EU als Mittel gegen nationalistische Strömungen
Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) erinnerte an Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Österreich, wie etwa die sich lange haltende "Opferrolle". Und wie Kern sieht er die Europäische Union als Mittel gegen nationalistische Strömungen. Die EU sei auch anfänglich das Mittel gewesen, "dem Krieg die Grundlage zu entziehen", sagte er in seiner Rede, denn: "Internationalität trennt nicht, sie verbindet."

Sturm-Schnabl erinnert an Deportation der Kärntner Slowenen
Sturm-Schnabl brachte die Deportation der Kärntner Slowenen vor 75 Jahren ins Gedächtnis. Bauern seien dabei zu Staats- und Volksfeinden erklärt, deren Höfe an deutsche Aussiedler aus Italien übergeben worden. Wer nicht in die Wälder fliehen konnte und sich den Partisanen anschloss, sei in Konzentrationslagern umgekommen, so Sturm-Schnabl, deren Schwester durch Nationalsozialisten ermordet wurde. "Die Kärntner Slowenen teilen das Schicksal von Millionen Opfern des Naziregimes", gedachte die Festrednerin auch der ermordeten Juden und Roma.

 krone.at
Redaktion
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