Mi, 22. November 2017

Kabale und Liebe

08.05.2017 09:33

Was die neue First Lady alles aushalten muss

Emmanuel Macron verblüfft, begeistert - und verstört durch sein Privatleben. Denn ER ist 24 Jahre jünger als SIE, seine Ehefrau und ehemalige Lehrerin. Mit 64 Jahren wird Brigitte Macron, Spitzname "Bibi", nun die Premiere Dame ihres Landes. Doch einfach wird sie es in diesem Amt sicherlich nicht haben ...

Ausgerechnet die Rolle einer Vogelscheuche sollte sein Leben so schicksalhaft verändern. Mit weit ausgestreckten Armen stand Emmanuel Macron fast regungslos an der Rampe einer Laienbühne, da war er gerade einmal 15. Das Theateratelier, das er auf dem Jesuiten-Lycee La Providence in der nordfranzösischen Provinz Amiens besuchte, leitete Brigitte Trogneux, eine Französisch-, Latein- und Literaturprofessorin. Ihr damaliger Status: verheiratet, Mutter von drei Kindern.

"Ich komme zurück und heirate Sie"
Irgendwann schlug Emmanuel seiner Lehrerin vor, doch gemeinsam ein Theaterstück zu schreiben. Also trafen sich Brigitte und der Schüler immer wieder, sie erarbeiteten einen Text miteinander - nicht mehr, aber in der Seele des Teenagers blieb irgendetwas haften.

Der talentierte Macron wechselte nach Paris ans Privatgymnasium, wo er mit 17 maturierte. Noch vor seiner Abreise rief er Brigitte zu: "Sie werden mich nicht los, ich komme zurück und heirate Sie." Und er tat es wahrhaftig. Madame Trogneux ließ sich scheiden, 2007 tauschte sie mit dem mittlerweile studierten Philosophen und Finanzexperten die Eheringe. Die beiden trennt ein Altersunterschied von 24 Jahren, er ist noch keine 40, nun aber schon (Stief-)Großvater ihrer sieben Enkel.

Macron holte sich Tipps von Carla Bruni
Jetzt ist Brigitte Macron Premiere Dame ihres Landes - ein Amt, dem die 64-Jährige augenscheinlich schon entgegengefiebert hat. Denn wie französische Zeitungen berichten, habe sich die neue First Lady schon vor dem Wahlsieg ihres Gatten Tipps von einer ihrer Vorgängerinnen geholt. Bei Carla Bruni-Sarkozy hat sich Macron demnach erkundigt, wie das mit der Imagepflege am besten funktioniere. Zudem hat Emmanuel Macron angekündigt, einen eigenen Status für die Première Dame zu schaffen, um ihre Rolle klar zu definieren.

Und ähnlich wie einst Nicolas Sarkozy und seine Carla Bruni, die der Ex-Präsident nur vier Monate nach seiner zweiten Scheidung heiratete, sind die Macrons ein Glücksfall für die französische Klatschpresse. Das Promimagazin "Paris Match" zeigte das frisch gewählte Präsidentenpaar schon vorab regelmäßig auf der Titelseite - unter anderem in Badeanzug und Badehose im Sommerurlaub.

Brigitte Macron musste aber auch die Nachteile kennenlernen, die ein Leben in der Öffentlichkeit hat. Menschen aus ihrem Umfeld sagen, Gerüchte über eine angebliche Homosexualität ihres Ehemannes gingen ihr nahe. Zuletzt gab sie keine Interviews mehr.

Todschick statt großmütterlich
Und auch in Zukunft wird es wohl noch viele Schlagzeilen rund um das neue Präsidentenpaar geben. Denn zu verlockend ist die Geschichte über den parteilosen Ex-Wirtschaftsminister, der sich als Jugendlicher in seine verheiratete Lehrerin verliebte.

Großmütterlich aber tritt die Politikergattin beileibe nicht auf: Die blonde, schlanke und braun gebrannte Mittsechzigerin mit dem breiten Lächeln ist bekannt für ebenso todschicke wie körperbetonte Garderobe: Wo er manchmal etwas steif und brav wirkt, strahlt sie unbekümmerte Lebensfreude aus. Manch einer lästert allerdings, die 64-Jährige übertreibe es mit kurzen Kleidern und hohen Absätzen ein wenig. Und mancher empfand sie im Wahlkampf ihres Mannes als etwas zu allgegenwärtig. 

Brigitte Macron saß nicht nur bei Auftritten ihres Mannes stets in der ersten Reihe. Sie war auch eine wichtige Beraterin, bereitete seine Auftritte mit vor, feilte an seinen Reden. Ihre Unterstützung für Macron ging sogar so weit, dass sie für den Wahlkampf ihres Mannes ihren Beruf aufgab.

Brigitte Macron selbst kommentierte den Altersunterschied mit einer gewissen Selbstironie. "Emmanuel muss es dieses Jahr schaffen", sagte sie vor der Präsidentschaftswahl zu Bekannten. "Stellt euch nur vor, wie ich in fünf Jahren aussehen werde." Fünf Jahre muss sie nun nicht mehr warten - "Manu" und "Bibi" werden in wenigen Tagen in den Elysee-Palast einziehen.

 krone.at
Redaktion
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