Sa, 18. November 2017

Palast bestätigt:

07.05.2017 20:30

Afghanistans IS-Anführer von Armee getötet

Spezialkräfte der afghanischen Armee haben offiziellen Angaben zufolge den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat in Afghanistan, Abdul Hasib, getötet. Das teilte der afghanische Präsidentenpalast am Sonntag in einem Statement mit. Die Operation in der Provinz Nangarhar habe bereits vor einer Woche stattgefunden - einen Tag nachdem zwei US-Soldaten in Afghanistan umgekommen waren.

Die US-Streitkräfte bestätigten den Tod Hasibs und "mehrerer weiterer ranghoher Vertreter" sowie von 35 Kämpfern der Terrormiliz bei dem Einsatz am 27. April. Auf jeden weiteren IS-Dschihadisten, der nach Afghanistan komme, warte "das gleiche Schicksal", teilte der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General John Nicholson, mit.

Hasib sei persönlich verantwortlich für einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul im März, bei dem mindestens 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden waren. IS-Angreifer hatten als Ärzte verkleidete das schwer bewachte Sardar-Daud-Khan-Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt gestürmt und Handgranaten in die überfüllten Krankenzimmer geworfen. Sicherheitskräfte und Überlebende berichteten sogar von mehr als 100 Toten.

"Bis sie vernichtet sind"
Die afghanische Regierung kündigte an, ihren Kampf gegen den IS und weitere terroristische Gruppen fortzuführen, "bis sie vernichtet sind". Der vor allem für sein brutales Vorgehen in Syrien und im Irak bekannte IS war in den vergangenen Jahren auch nach Afghanistan vorgedrungen. Er strebt über seinen Ableger "Provinz Khorasan" eine Herrschaft über Afghanistan, Pakistan und Teile der Nachbarländer an. Unter dem Druck von US-Luftangriffen und einer Bodenoffensive der afghanischen Armee verlor der afghanische IS-Ableger zuletzt jedoch wieder an Boden.

Zahl der IS-Kämpfer in Afghanistan auf 800 gesunken
Nach Schätzungen des Pentagon ist die Zahl der IS-Dschihadisten in Afghanistan von zwischenzeitlich bis zu 3000 Kämpfern auf höchstens 800 zurückgegangen. Am 13. April hatten die USA in der afghanischen Provinz Nangarhar erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Beim Abwurf der GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) wurden afghanischen Angaben zufolge mindestens 95 Dschihadisten getötet.

Um die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, will das US-Verteidigungsministerium die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan deutlich aufstocken. Dem Pentagon zufolge soll US-Präsident Donald Trump in dieser Woche ein entsprechender Vorschlag unterbreitet werden. US-Medienberichten zufolge wird das Verteidigungsministerium die Entsendung von 3000 bis 5000 zusätzlichen Soldaten beantragen, die vor allem afghanische Soldaten und Polizisten beraten und trainieren sollen.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden