Do, 14. Dezember 2017

Vor Wahl verhaftet

07.05.2017 15:53

F: Ex-Soldat gesteht Anschlagsplan im Namen des IS

Kurz vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben die Behörden womöglich einen islamistischen Anschlag vereitelt. Wie am Wochenende aus Ermittlerkreisen verlautete, gestand ein als Gefährder bekannter ehemaliger Soldat, der am Freitag in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Evreux festgenommen worden war, dass er im Namen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat einen Angriff verüben wollte.

Im Wagen des Verdächtigen, der in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Evreux in der Normandie geparkt war, befanden sich eine Koran-Ausgabe sowie ein USB-Stick mit einem Bekenntnis zum IS. Bei dem Mann wurden zudem IS-Flaggen gefunden. In einem Gebüsch nahe der Militärbasis entdeckte die Polizei Waffen: eine Pumpgun, zwei Revolver sowie Munition.

Trotz seiner Berufung auf den IS gingen die Ermittler davon aus, dass der 34-Jährige im Alleingang handelte. Sie wollen nun klären, wie weit mögliche Anschlagspläne zum Zeitpunkt der Festnahme gediehen waren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines "terroristischen Vorhabens". Der Mann gilt den Ermittlern zufolge als "psychisch sehr instabil".

Der zum Islam konvertierte Festgenommene war zehn Jahre lang bei der Armee, die er 2013 verließ. Seit 2014 unterlag er wegen seiner Radikalisierung einer engen Überwachung.

Präsidentenmaschine steht am Militärflugplatz Evreux
Der Militärflugplatz in Evreux ist Heimatbasis von Transportflugzeugen der Armee. Er beherbergt zudem die Präsidentenmaschine, einen Airbus A333-200. Weiters gibt es eine strikt abgesicherte Zone für das vom französischen Auslandsnachrichtendienst DGSE genutzte Geschwader GAM 56 "Vaucluse".

In Frankreich gelten wegen der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 50.000 Polizisten und Tausende Soldaten sind im Einsatz.

Den Anschlag beanspruchte die IS-Miliz für sich. Sie ist für die meisten Attentate in Frankreich seit Anfang 2015 verantwortlich, bei denen insgesamt 239 Menschen getötet wurden. In Frankreich gilt weiter der Ausnahmezustand.

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