Di, 12. Dezember 2017

Massenevakuierung

07.05.2017 18:38

Hannover: Drei Weltkriegsbomben entschärft

Es war eine der größten Evakuierungsaktionen in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg: Wegen einer Bombenentschärfung mussten am Sonntag rund 50.000 Menschen in Hannover ihre Wohnungen und Häuser in einem dicht besiedelten Gebiet verlassen. Bis zum Nachmittag wurden insgesamt drei Weltkriegsbomben gefunden. Am Abend teilten die Stadtverantwortlichen mit, dass alle drei Sprengsätze entschärft werden konnten. Alle aus dem Sperrgebiet Gebrachten konnten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die groß angelegte Evakuierungsaktion hatte am Sonntag um 9 Uhr begonnen. Eine Fünf- und eine Zehn-Zentner-Bombe wurden von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes manuell entschärft.

Die dritte Bombe war für eine Entschärfung per Hand zu beschädigt, hier musste ein Spezialgerät eingesetzt werden. An zwei weiteren Stellen lag Schrott statt der vermuteten Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

In der Evakuierungszone in den Stadtteilen Vahrenwald, List und Nordstadt befanden sich auch sieben Alters- und Pflegeheime sowie eine Klinik. Die von der Räumung betroffenen Haushalte waren bereits Mitte April mit mehrsprachigen Broschüren informiert worden. Die Stadtverwaltung hielt die Anrainer am Sonntag via Twitter und Facebook sowie auf ihrer Homepage auf dem Laufenden.

Kultur- und Sportprogramm angeboten
Zudem wurde für die Betroffenen ein großes Kultur-, Sport- und Unterhaltungsprogramm angeboten. Es gab Museumsführungen, Kinofilme für Kinder und einen Spielenachmittag für Senioren. Bereits am Freitag waren erste Bewohner von Alters- und Pflegeheimen vorübergehend umgezogen.

Auch Bahnreisende mussten sich auf Behinderungen einstellen. Sie waren zum Teil länger unterwegs oder mussten zusätzlich umsteigen. Ab dem frühen Nachmittag hielten praktisch alle über Hannover fahrenden IC- und ICE-Züge nicht mehr im Hauptbahnhof, sondern stoppten bei Ersatzhalten. Auch im Bahn-Regionalverkehr müssen sich die Fahrgäste auf Umsteigen einstellen. Hier befand sich der Verkehr aber schnell wieder im Regelbetrieb.

Auf den Verdacht, dass in dem dicht besiedelten Gebiet gleich mehrere Weltkriegsblindgänger lauerten, waren die Experten des Kampfmittelräumdienstes bei der Auswertung von Luftbildern gestoßen. Die alten Aufnahmen wurden gezielt unter die Lupe genommen, weil auf dem Gelände gebaut werden soll. Bei Sondierungen bestätigte sich der Verdacht.

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