Fr, 24. November 2017

Profi-Bande

06.05.2017 19:05

Fahrrad-Coup könnte der Beginn einer Serie sein!

"Mir geht es nicht gut", sagt Elisabeth K. (52) nach dem großen Coup in ihrer Firma in Feldkirchen. Profi-Einbrecher hatten - wie berichtet - 49 hochpreisige Trekking-, City- und Mountainbikes und neun E-Bikes gestohlen. "Die haben gewusst, was sie wollen, das kann nur Auftragsarbeit gewesen sein", glaubt das Opfer.

Die Täter agierten wie in einem Selbstbedienungsladen. Mehr als eine Stunde lang dürften sie  in der Nacht zum Dienstag damit beschäftigt gewesen sein, für sie passende Fahrräder samt Zubehör wie Schlösser, Ketten und Computer zusammenzustellen und das Diebsgut in die Fluchtfahrzeuge einzuladen. "Sie hatten es auch nur auf farblich unauffällige Räder der Marken KTM und Merida abgesehen. Camping- und Retro-Fahrräder haben sie überhaupt nicht interessiert", sagt Elisabeth K. Sie ist sicher, dass die Einbrecher den Tatort bereits vorab genau auskundschaften ließen. Ihr Schaden: 60.000 Euro.
"Das waren Profis", betont LKA-Chefinspektor Rudolf Frühwirth. Er vermutet, dass der Coup in Feldkirchen nur der Auftakt einer Serie ähnlich gelagerter Straftaten gewesen sein dürfte.
Seit dem Einbruch schläft Elisabeth K. schlecht: "Ich hab’ Angst, dass die nochmal kommen." Sie lässt nun überall Alarmanlagen installieren: "Ich werde auch meine Balkontür zumauern."

"Alle Täter sind jetzt wieder frei!"
LKA-Chefinspektor Rudolf Frühwirth vermutet eine internationale Tätergruppe hinter dem Fahrradcoup.

Im Vorjahr hat eine litauische Einbrecherbande mehrfach bei Radhändlern zugeschlagen. Und jetzt?
Es könnten auch diesmal ausländische Täter gewesen sein, die auf Bestellung agierten. Die gestohlenen Räder sind alle codiert und in Österreich kaum zu veräußern.

Die Tätergruppe aus dem Vorjahr wurde überführt, dann war lang Ruhe.
Die Leute, die wir damals in Haft genommen haben, sind inzwischen alle wieder frei. Bekanntlich wurde der Strafrahmen für solche Delikte halbiert und gleichzeitig die Wertgrenze von 50.000 auf 300.000 € angehoben. Die Strafdrohung ist dadurch nicht mehr dieselbe wie früher.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung


 

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