So, 17. Dezember 2017

1000 Einsatzkräfte

06.05.2017 15:36

Bilanz nach Anti-Terrorübung: "Vieles für uns neu"

1000 Einsatzkräfte waren in die Anti-Terrorübung "Tromos" an drei Schauplätzen in Tirol eingebunden. Am Samstag zogen Polizei, Heer, Land und weitere Organisationen Bilanz. Tenor: Es war eine völlig neue Situation, die ganz andere Vorgangsweisen erfordert.

Terroranschlag in Tirol. Diese Annahme stand im Zentrum der groß angelegten Landesübung "Tromos", die Freitag an den Schauplätzen Innsbruck-Igls, Hall-Thaur und Reutte durchgeführt wurde.

Edelbert Kohler, stellvertretender Landespolizeidirektor, war Einsatzleiter und zog am Samstag gemeinsam mit Vertretern von Spezialeinheit Cobra, Heer, Land, Stadt Innsbruck und Rotem Kreuz Bilanz. "Wir mussten uns ganz neuen Fragen und Situationen stellen. Die Übung war erkenntnisreich - auch wenn nicht alles fehlerlos abgelaufen ist", so das Resümee des Einsatzleiters. Auch wenn sich die Verantwortlichen aus sicherheitstechnischen Gründen mit Details zurückhielten, war herauszuhören, wo die Organisationen im Kampf gegen Terror noch zu lernen haben.

Die Polizei entscheidet

Im Fall eines Terroraktes steht die Polizei an der Spitze der Entscheidungshierarchie. "Das Heer leistet - wenn angefordert - Assistenzdienst. Vor allem bei der Sicherung kritischer Infrastruktur wie Straßen oder E-Werke", führt Militärkommandant Herbert Bauer aus. Erkennbar war, dass die Abstimmung der Abläufe noch verbessert werden kann. Bauer: "Bis zum letzten Mann, zur letzten Frau muss klar sein, dass hier eingeübte Strategien oft nicht greifen."

Helfer müssen abwarten

In der Versorgung von Verletzten wird Bauers Aussage deutlich. Denn das Rote Kreuz kann erst zu den Verwundeten, wenn Militär und Cobra die Lage unter Kontrolle haben. Das kann dauern. "Bei einem Amoklauf geht man von fünf Minute aus, bei einem Terrorakt kann es deutlich länger sein", verdeutlicht Cobra-Chef Walter Weninger. Viele Eventualitäten müssen bedacht werden. Eine davon ist die Gefahr, dass Terroristen mehrfach zuschlagen und gezielt Helfer ins Visier nehmen. "Unsere Sanitäter sind geschult, rasch zu helfen. Es war für sie nicht einfach, abzuwarten." So beschreibt Landes-Rettungskommandant Oswald Gritsch die Gefühlslage seiner Leute.

Kampfzone Internet

Im Umgang mit Sozialen Medien wie Facebook oder Twitter sehen die Einsatzkräfte eine der größten Lernaufgaben. Wie kann man Falschmeldungen und Panik verhindern? "Nicht einfach", gesteht Kohler. 1800 Meldungen wurden im Zuge der Übung bearbeitet. Einsatzleiter Kohler: "Uns muss es in so einer Situation gelingen, der Bevölkerung zu vermitteln, dass sie Beobachtungen oder Hilferufe an die Polizei übermittelt und nicht über Twitter oder Facebook absetzt."

"Tromos" war die erste Landesübung dieser Art. Weitere sollen folgen, betont LHStv. Josef Geisler.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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