Do, 14. Dezember 2017

Krone im Gespräch

06.05.2017 10:32

Kriminalrätsel: Jetzt sind drei im Visier

Neue Details rund um das mysteriöse Verschwinden des Salzburger Akademikers Dr. Roland Krenn (63): Der Elektrohändler hatte den Mordverdächtigen 23-Jährigen in einem Lokal kennen gelernt. Dessen Anwalt ist von der Unschuldigkeit des Flachgauers überzeugt. Und es gibt noch zwei weitere Beschuldigte.

"Niemand weiß, ob Dr. Roland Krenn tot ist oder noch lebt. Keiner weiß, was ihm zugestoßen ist", sagt der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl. Der Verteidiger des Tatverdächtigen (23) glaubt fest an seinen Mandanten: "Er ist unschuldig". Die Mord-Vorwürfe gründen auf den Angaben eines weiteren Beschuldigten, einem Gastwirt (28): Laut Essl soll dieser einmal gehört haben, wie der inhaftierte Flachgauer Mordpläne äußerte. In der Causa gibt es auch Ermittlungen gegen einen dritten Mann aus Deutschland. Einiges sei mysteriös, so viel konnte Essl noch dazu sagen: Er müsse den umfangreichen Akt der Staatsanwaltschaft erst noch genau studieren.

Rückblende auf den 19. Juli 2016: Dr. Roland Krenn rief um 20.14 Uhr seinen Bekannten aus dem Flachgau an. Die beiden wollen einander treffen. Danach gibt es von Krenn kein Lebenszeichen mehr. Aus seiner Villa in Hellbrunn sind keine Wertsachen, sondern nur sein Schlüsselbund, verschwunden. Es gibt keine Kontobewegungen, keine Handygespräche, nichts. Die Durchsuchung der Villa und seines Hauses im burgenländischen Bezirk Oberwart ergibt nichts. Der Mann ist unauffindbar. Auch seine beiden Schwestern glauben mittlerweile an ein Gewaltverbrechen. Eine der beiden - sie lebt im Nonntal - führt seit Dezember als gerichtlich bestellter Abwesenheitskurator die Geschäfte des Vermissten.

Ende April wurde der Bekannte des Mannes festgenommen. Die Polizei verdächtigt den 23-Jährigen des Mordes. Doch dieser bestreitet vehement damit etwas zu tun zu haben.

Die beiden haben einander in einem Gasthaus kennen gelernt und öfter gemeinsam etwas unternommen. Es soll eine rein freundschaftliche Beziehung gewesen sein, heißt es.

Der 23-Jährige hatte zudem überhaupt kein Motiv. Der Tod des Akademikers bringt ihm nichts, denn das Vermögen des alleinstehenden Mannes wird an seine Schwestern gehen, sobald er offiziell für tot erklärt wird.

Über den Fuhrpark des Auto-Liebhabers wollten die Ermittler keine Auskunft geben. Der Mann dürfte aber Oldtimer-Rennwagen und Luxus-Schlitten besessen haben. So posierte er im Juli 2013 mit einem Oldtimer der früheren britischen Marke MG für ein Foto in Salzburg. Die Wagen stehen sowohl in der Garage seiner Villa in Hellbrunn als auch in Oberwart im Burgenland. Der Akademiker hatte seit Jahren einen erfolgreichen Elektrohandel betrieben. So konnte er sich auch die noblen Anwesen in Salzburg und im Bezirk Oberwart leisten. Das Haus im Burgenland hatte der Mann noch im vergangenen Jahr aufwändig renoviert. Ob der festgenommene Verdächtige auch einmal im Burgenland zu Gast war, ist noch unklar.

M. Kappes /A. Lovric, Kronen Zeitung

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