So, 19. November 2017

IT-Experte warnt

05.05.2017 16:05

Spitäler vermehrt im Visier von Cyber-Kriminellen

Mit gefälschten Rechnungen oder Lieferscheinen versuchen Kriminelle immer wieder Schadprogramme auf Computern auch von Tirolern zu installieren. Wer die Anhänge öffnet, kann auf eigene Daten nicht mehr zugreifen und wird mit Lösegeldforderungen erpresst. Immer öfter sind auch Spitäler im Visier der Gauner.

Diebstahl von heiklen Daten über den Gesundheitszustand eines Patienten. Medizingeräte, die nach einem Hacker-Angriff plötzlich "spinnen". Krankenhäuser, die nach der Installation eines Schadprogramms Lösegeld bezahlen müssen, damit die IT-Systeme wieder einwandfrei funktionieren: Kriminelle Attacken auf Gesundheitseinrichtungen können einen unglaublichen Schaden anrichten. "Und hier sprechen wir nicht nur von einem materiellen Schaden. Derartige Attacken können sogar zum Tod führen", weiß Wieland Alge. Der Europachef von Barracuda Networks weiß wovon er spricht. Sein Unternehmen mit Standort in Innsbruck betreut weltweit mehr als 150.000 Firmen - darunter Hyundai, Shell, Pioneer oder Samsung - in Sachen IT-Sicherheit. Jeden Tag blockieren Barracuda-Lösungen rund 400 Millionen virusverseuchte E-Mails.

"Angriffe mit normalen Spams funktionieren schon lange nicht mehr. Im Gegensatz zu gefälschten Mails von Paketdiensten oder mit Bewerbungsschreiben", so Alge. "Denn man kann der Personalabteilung schwer raten, eine vermeintliche Bewerbung nicht anzuklicken."

"Vor zwei, drei Jahren waren Hacker Exoten"

Gezielte Cyber-Angriffen haben sich in den vergangenen zwei, drei Jahren jedenfalls mehr als verzehnfacht. "Zuvor waren Hacker Exoten", schmunzelt der IT-Experte, der in Zukunft vor allem auch vermehrt mit Attacken auf Kraftwerke, Spitäler oder Tiefkühltruhen im Supermarkt rechnet. "Bevor ein Firmenchef Unmengen an Lebensmittel in den Müll werfen muss, bezahlt er mit Sicherheit lieber die Lösegeldforderungen", weiß der gebürtige Vorarlberger.

Verantwortliche eines Krankenhauses lassen vermutlich noch schneller Geld fließen, wenn es aufgrund von Cyber-Attacken um Leben oder Tod geht. "Einfach nicht zu bezahlen, wie die Polizei oft rät, ist in solchen Fällen leichter gesagt als getan", meint Alge. Daher sollten sich vor allem öffentliche Einrichtungen gut vor Cyber-Attacken schützen. "Eine wirklich sichere Netzwerk-Infrastruktur in Krankenhäusern enthält wahrscheinlich mehr Firewalls als Patienten", ist der Fachmann überzeugt.

Doch wie viel sollte eine Firma für die IT-Sicherheit investieren? "Ich würde pro Benutzer zu einem mittleren dreistelligen Euro-Betrag im Jahr raten", sagt Alge.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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