Di, 21. November 2017

Kalenderwoche 18

05.05.2017 08:53

Sie stellen Fragen - Experten antworten

Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragen per E- Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Trockene Scheide

Irene T. (49): "Ich leide schon seit einigen Jahren an Wechselbeschwerden wie Wallungen und Erschöpfung. Jetzt habe ich auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, weil meine Scheide zu trocken ist. Bisher habe ich aus Angst vor Nebenwirkungen eine Hormonbehandlung abgelehnt. Soll ich mir Hormone geben lassen? Gibt es Alternativen?"

Leider reduzieren bei rund 60 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren verschiedene Beschwerden die Lebensqualität: Neben den Hitzewallungen, Erschöpfung und der trockenen Scheide treten häufig auch Muskel- und Gelenksschmerzen, Blutdruckschwankungen, Verdauungsstörungen, Gereiztheit und depressive Verstimmung auf. Auch Libidoverlust und Schlafprobleme sind nicht selten. Die Hälfte der Betroffenen hat so schwere Symptome, dass ärztliche Hilfe notwendig wird. Nur ein Drittel aller Frauen übersteht diese Lebensphase nahezu beschwerdefrei.

Was passiert im "Wechsel"? Bereits ab dem 40. Lebensjahr können erste Zyklusunregelmäßigkeiten ein Hinweis auf nachlassende Hormonproduktion sein. Zunächst fällt der Gelbkörperhomonspiegel ab. Das bewirkt unregelmäßige Blutungen - die Menstruation kann stärker sein und länger dauern. In weiterer Folge sinkt auch der Östrogenspiegel langsam ab. Im Zuge der hormonellen Umstellung kann sich vor allem der Östrogenmangel in verschiedener Weise recht unangenehm bemerkbar machen, wie oben beschrieben.

Für die Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Allgemein gilt, dass Frauen in dieser Phase versuchen sollten, gesund zu leben! Das heißt, nicht rauchen, nur mäßig Alkohol trinken, vernünftig ernähren und regelmäßig Sport betreiben. Das trägt wesentlich zur Linderung der Symptome bei.

Hilfe gibt es zudem aus dem Pflanzenreich: Sogenannte Phytoöstrogene, die hormonähnliche Wirkung haben, wie zum Beispiel Isoflavone können ebenfalls Beschwerden mildern. Eine wichtige Rolle spielen dabei Soja, Rotklee und die Traubensilberkerze. Gegen die vaginale Trockenheit empfiehlt es sich, regelmäßig Feuchtigkeitscremen oder Zäpfchen anzuwenden.

Sollte sich mit alternativen Methoden keine Besserung abzeichnen, wird der Frauenarzt nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eine Hormonersatztherapie anregen. Diese wird meistens mit Tabletten durchgeführt. Aber auch Pflaster, Gels und Injektionen kommen in Frage.

Dr. Eva Lehner-Rothe
Fachärztin für Frauenheilkunde in Wien und Baden (NÖ).
Informationen: 01/20 86 07, 02252/81156, www.eva rothe-gyn.at

Brennen im Analbereich                                            

Heinrich K. (52): "Ich leide seit Monaten an brennenden Schmerzen im Analbereich, vor allem nach dem Stuhlgang. Ich bemerke seitdem auch immer wieder Blutspuren auf dem Toilettenpapier. Eine Hämorrhoidensalbe hat keine Besserung gebracht. Was raten Sie?"

Die geschilderten Beschwerden deuten in erster Linie tatsächlich auf Hämorrhoiden hin. Allerdings können auch andere Erkrankungen in der Darm- bzw. Aftergegend ähnliche Probleme verursachen. Daher sollte der Sache unbedingt auf den Grund gegangen werden, um gezielt behandeln zu können.

Blut im Stuhl ist immer ein Alarmsignal! Natürlich können Hämorrhoiden der Grund dafür sein, aber auch Darmkrebs - die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und dritthäufigste bei Männern in Österreich.

Als Krebsvorsorge rate ich daher ab dem 40. Lebensjahr, regelmäßig einmal jährlich eine Gesundenuntersuchung durchführen zu lassen. Dabei wird auch der Stuhl auf Blutbeimengung getestet. Ab 50 sollte dann die erste Darmspiegelung erfolgen. Bei Angehörigen von Darmkrebspatienten allerdings bereits ab 40!

Lautet die Diagnose im konkreten Fall "Hämorrhoiden", dann wird je nach Grad der Ausprägung behandelt. Das sollte dem Arzt überlassen bleiben. Nicht nur bei einer Operation stehen dafür erfahrene Spezialisten zur Verfügung.

Priv.-Doz. Dr. Karl-Philipp Mrak-Caamano
Kompetenzzentrum für Allgemeinchirurgie, Hansa Privatklinikum Graz.
Informationen: 0316/3600-0, chirurgie@privatklinikum-hansa.at

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