Mo, 11. Dezember 2017

Verdächtigen-Ausrede

05.05.2017 06:50

"Stimmen befahlen diesen Überfall"

Mit einer seltsamen Ausrede erklärt jener Tiroler (28), der am Dienstag die Sparkasse in Neumarkt überfallen hatte, seine Motive. "Fremde Stimmen in seinem Kopf" hätten ihm die Tat befohlen. Will er als unzurechnungsfähig beurteilt werden?

Die "Krone" berichtete ausführlich: Der Mann war schon am Dienstag mit seinem Privatauto, einem dunkelroten Peugeot, nach Salzburg gefahren. In einem Waffengeschäft kaufte er eine Schreckschusspistole samt Munition. Dafür braucht man keinen Waffenschein. Danach fuhr er nach Neumarkt am Wallersee, kundschaftete die Gegend und vor allem die Sparkasse und die Fluchtwege aus.

Am Mittwoch schlug er schließlich zu. Um 8.30 Uhr parkte er seinen Peugeot nur 50 Meter von der Sparkasse entfernt. Er maskierte sich mit einer schwarzen Haube und einem schwarzen Tuch vor dem Mund und zückte beim Bankeingang die Pistole. "Geld her, schnell, sofort!", schrie er die Angestellte am Kassenpult an. Gleichzeitig legte er einen Plastiksack auf den Tresen. Als die verängstigte Angestellte die Kassenlade öffnete, schrie er sie noch einmal an: "Nur große Scheine!" Er zielte die ganze Zeit auf die Frau. Erst als sie etwa 12.000 Euro in die Tüte gepackt hatte, steckte er die Waffe wieder weg und flüchtete zu Fuß.

Geld und Waffen sichergestellt
Eine Kollegin der Angestellten verfolgte ihn noch bis zu seinem Auto und gab der Polizei das Kennzeichen durch. Der Räuber wurde eineinviertel Stunden später bei der A 1 in Salzburg-Nord gestellt und festgenommen. Das Geld und die Waffe wurden sichergestellt. Der Arbeitslose legte ein Geständnis ab. Sein Motiv: Fremde Stimmen in seinem Kopf hätten ihn zur Tat aufgefordert. Leidet der Mann tatsächlich unter Schizophrenie oder will er so als unzurechnungsfähig erklärt werden? Das muss ein Gutachter beim Prozess klären.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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