Mo, 20. November 2017

Verändert sie aber

04.05.2017 14:47

Voest-Chef: Digitalisierung vernichtet keine Jobs

Die Digitalisierung schreitet zügig voran - Menschen werden zusehends durch Computer und Roboter ersetzt. Bei der voestalpine fallen dabei aber laut Konzernchef Wolfgang Eder keine Jobs weg: "Es werden keine dramatischen Arbeitsplatzeffekte damit verbunden sein", sagte er. Betroffene Konzernmitarbeiter würden umgeschult, kämen anderswo im Unternehmen unter oder gingen in Pension.

Als Beispiel dafür führte Eder das nunmehr vollautomatisierte Drahtwalzwerk im steirischen Leoben/Donawitz an. Die alte Anlage werde "in den nächsten Monaten" abgestellt. Bisher arbeiteten dort 15 bis 20 Arbeitnehmer pro Schicht. "Heute wird das mit zwei Leuten im Kontrollraum und 15.000 Sensoren gefahren", berichtete der voestalpine-Chef. Die Modernisierung startete im Sommer 2016. "Die Leute kommen alle am Standort unter - wir haben auch zwei Jahre lang umgeschult", so Eder. Etwa 150 Mitarbeiter würden umgestellt, einige gingen in den Ruhestand.

"Die Digitalisierung wird sich auch weiterhin nicht negativ auswirken - aus der egoistischen Sicht unseres Unternehmens", so Eder. Der Transformationsprozess werde "mit Sicherheit 15 Jahre dauern - ohne Mitarbeiterabbau", wie der Konzernchef betonte.

Weniger Arbeiter, mehr Informatiker
Die voestalpine brauche zwar in dieser Zeit immer weniger "blue-collar workers" (Arbeiter, Anm.), dafür aber mehr Experten für Informationstechnologie. Dafür müssten auch die notwendigen Fachebenen im Konzern geschaffen werden. Das sei "bewältigbar", so Eder unter Verweis auf die rund 1400 jungen Menschen, welche die voestalpine permanent ausbilde. Unter den Universitätsabgängern und Fachhochschulabsolventen sei der Konzern zudem "ein gern gesehener Arbeitgeber".

"Wir werden diejenigen, die in Pension gehen, durch 'white-collar workers' ersetzen; bei den Über-50-Jährigen schaffen wir es, sie zu vernünftigen Bedingungen bis zum Ruhestand rüberzubringen und bei den 35- bis 50-Jährigen müssen wir es schaffen, sie wirklich aufzuqualifizieren", sagte Eder. Letzteres gilt als schwierigster Part. Weltweit beschäftigte die voestalpine im Geschäftsjahr 2016/17 an die 50.000 Mitarbeiter.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden