Sa, 18. November 2017

Skoliose

07.05.2017 06:00

„Warum ich, warum jetzt?“

Diagnose: Verkrümmung der Wirbelsäule. Ariana, heute 19 Jahre, musste jahrelang ein Schalenmieder tragen. Keine leichte Aufgabe für ein junges Mädchen. Doch sie hielt durch und wurde belohnt!

"Mama, mir tut der Rücken so weh", klagte die damals 12-Jährige immer häufiger. Nicht nur sie wunderte sich darüber, auch ihre Familie konnte nicht glauben, dass diese Beschwerden schon in so zartem Alter auftraten. Man wollte der Sache unbedingt auf den Grund gehen. Ein Röntgen brachte die Ursache des Übels zu Tage: Skoliose, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. Keine Seltenheit in jungen Jahren! Sie kann sogar schon im Säuglings- oder Kleinkindalter entstehen, meist jedoch in der Pubertät. "Ariana hatte einen Wachstumsschub und schoss in kurzer Zeit um 14 Zentimeter in die Höhe, dabei hat sich die Wirbelsäule zunehmend verbogen", erklärt die behandelnde Orthopädin Univ.-Dozent Dr. Maria Sluga aus Wien. Sie legte dem Mädchen und ihrer Mutter damals nahe, dass Ariana rund um die Uhr ein Stützmieder tragen müsste - so lange, bis ihr Wachstum abgeschlossen war. Vier schwierige Jahre! Wie das eben bei jungen Menschen ist, wehrte sie sich zunächst und haderte mit dem Schicksal: "Das ist nicht fair, warum ich, warum gerade jetzt?"

Schwimmen als effektive Leidenschaft
Ariana versuchte anfangs oft mit ihrer Mutter zu verhandeln, weil sie das Mieder nicht anlegen wollte. Doch die Mama ließ nicht locker und so gab es anfangs einige "heiße" Wortgefechte. Dr. Sluga: "Wir erleben natürlich immer wieder, dass die jungen Patienten sich zunächst gegen das Mieder sträuben. Da müssen wir Motivationsarbeit leisten und brauchen dazu auch die Unterstützung der Eltern." Arianas Glück mit ihrer Schule: "Die Lehrer haben mich unterstützt, und von meinen Klassenkollegen bekam ich auch keine bösen Bemerkungen wegen des Mieders zu hören." Als lebenslustiges, aktives Mädchen hatte sie schon mit sechs Jahren Taekwondo (Kampfsport) betrieben. Dass sie damals ihr geliebtes Hobby aufgeben musste, machte sie besonders traurig. Dr. Sluga riet ihr, stattdessen zu schwimmen. Daraus wurde letztendlich eine Leidenschaft. Fünf Mal die Woche zog sie ihre Runden und beteiligte sich sogar an Wettkämpfen. Die Bewegung im Wasser und Heilgymnastik kräftigten ihre Muskeln und halten den Rücken aufrecht.

Schließlich hat sich Ariana so an ihr Mieder gewöhnt, dass sie noch heute ganz gerne damit schläft: "Am nächsten Morgen fühle ich mich immer angenehm stabilisiert." Sie würde die Prozedur wieder auf sich nehmen, um gerade durchs Leben gehen zu können. Außerdem verdankt sie dem Mieder ihre schlanke Taille. Eine kleine zusätzliche Belohnung für ihr Durchhaltevermögen. Was tun, wenn Erwachsene an Skoliose leiden? Dr. Sluga: "Die Verbiegung der Wirbelsäule lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen. Für Betroffene ist es wichtig, die Muskeln regelmäßig zu kräftigen, etwa mit Heilgymnastik bei Physiotherapeuten, in der Rückenschule oder mit Pilates, um die Situation nicht noch zu verschlimmern und Schmerzen zu verhindern."

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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