Di, 17. Oktober 2017

Mehr Bauland?

03.05.2017 19:32

Grund und Boden sind auch in Seekirchen rar

Grund und Boden wird auch in den Flachgauer Ballungsräumen immer kostbarer: Die Gemeinde Seekirchen hat ein neues Räumliches Entwicklungskonzept ausgearbeitet - mit interessanten Vorschlägen. Wer um eine Umwidmung in Bauland ansucht, muss jetzt einen Vertrag mit der Gemeinde abschließen.

Anfang der 70er-Jahre wohnten in Seekirchen noch rund 5500 Einwohner, jetzt sind es fast doppelt so viele. Laut Räumlichem Entwicklungskonzept soll die Zahl in den nächsten 20 Jahren auf 12.000 Seekirchner steigen. Und das erfordert einen überlegten Umgang mit Grund und Boden. Im Schnitt liegen die Quadratmeter-Preise derzeit zwischen 230 und 400 Euro. Im Zentrum müssen Käufer aber auch in Seekirchen schon horrende Summen hinblättern. Die Freien Wähler kritisieren die Bauaktivitäten und wehren sich gegen eine städtebauliche Versiegelung der Wimmsiedlung mit den Windhagerflächen. Noch sind Wiesen und frühere Bauhof-Flächen frei.

Die Gemeinde will Änderungen (REK liegt zur Einsicht auf) einführen und hat das bereits getestet: Wer um eine Umwidmung (ab 2000 Quadratmeter) ansucht, hat einen Raumordnungsvertrag abzuschließen. "Es gibt eine Verbauungsverpflichtung innerhalb von fünf Jahren. Wenn das nicht passiert, hat die Gemeinde ein Vorkaufsrecht", informiert Bürgermeisterin Monika Schwaiger. Auch der Preis wird vorab vereinbart. Große Flächen wie das Ex-Areal von Windhager im Zentrum können nur unter Auflagen für Wohnbau genutzt werden. Schwaiger: "Herzstück dabei ist, dass geförderter Mietwohnbau seinen Platz haben muss." Die Gemeinde sichert sich dabei das Vergaberecht an Einheimische.

Beim Hofwirt gehen Planungen voran
Auch Baulandsicherungsmodelle an der Peripherie sind Teil der neuen Raumordnung. Dabei hofft Schwaiger auf das Einsehen beim Land: "Wir wissen, dass Wohnbau nur mehr in Zentren gern gesehen wird, es gibt aber nicht immer Platz." Die vorgesehen Gebiete, wo Einheimische noch leistbaren Grund und Boden erwerben können, sind an die Öffis angebunden. Einen direkten Nahversorger gibt es aber nicht. Wichtiger Bestandteil für ein lebenswertes Seekirchen seien auch alte Gebäude wie der "Hofwirt", so Schwaiger. Die Planungen gehen voran. "Nach derzeitigem Bauzeitplan sind wir in einem Jahr fertig", so die Bürgermeisterin optimistisch. Auch der neue Wirt Anton Egger freut sich schon auf die Eröffnung.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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