Mo, 11. Dezember 2017

Propaganda betrieben

03.05.2017 16:56

Haftstrafe für IS-Terror-Paar aus Baden

Weil es den IS unterstützt hat, ist ein aus Tschetschenien stammendes Terror-Paar am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt schuldig gesprochen worden. Der 25-Jährige wurde zu drei, die 36-Jährige zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann reagierte auf die Schuldsprüche - sie sind noch nicht rechtskräftig - aufgebracht und lautstark.

Die Staatsanwaltschaft hatte beiden, gestützt auf Tausende Dateien und Fotos auf ihren Mobiltelefonen, die Unterstützung des IS angelastet. Der Mann soll unter anderem über Messenger-Dienste Propagandamaterial der Terrormiliz versendet haben, um Personen als Mitglieder des IS zu gewinnen bzw. anzuwerben.

Als Profilbilder bei zwei Accounts wählte er Motive mit IS-Flaggen. Angelastet wurde ihm auch der Versuch, über Georgien und die Türkei nach Syrien einzureisen, um sich dem IS anzuschließen. Dazu soll ihn die Frau gedrängt haben - und ihm im Web ein Sprengstoffattentat vor dem Verteidigungsministerium angekündigt haben.

Nach Ladendiebstahl in der SCS festgenommen
Die beiden waren im Herbst 2016 im Abstand von einigen Wochen an der Wohnadresse der Frau in Baden festgenommen worden. Der Verdacht war nach einem von dem Mann verübten Ladendiebstahl in der SCS (Shopping City Süd) in Vösendorf aufgekommen, weil der Polizei IS-Propagandamaterial auf seinem Handy aufgefallen war.

Das Paar wurde schlussendlich wegen der Verbrechen der terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation für schuldig befunden. Bei einer Strafdrohung von bis zu zehn Jahren sei man im unteren Bereich geblieben, so die Richterin. Erschwerend war das Zusammentreffen mehrerer Punkte, verwies sie im Fall des Mannes auch auf die Gutheißung und Anleitung zur Begehung von terroristischen Straftaten.

Mildernd bei der Frau wirkte sich deren bisherige Unbescholtenheit aus, bei ihrem Ehemann nach islamischem Recht liegt ein Haftbefehl aus Belgien vor. Auf die Strafen werden die Vorhaften seit dem 6. September bzw. 26. Oktober 2016 angerechnet. Die Verteidigung meldete Nichtigkeit und Berufung an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden