So, 19. November 2017

Nepal

03.05.2017 16:23

Nach Mega-Beben: Steirer bauen neue Schulen

Wenn eine globale Schreckensnachricht die nächste jagt, drohen einzelne Katastrophen rasch in Vergessenheit zu geraten. Zwei Jahre ist es her, dass ein Erdbeben in Nepal verheerende Schäden anrichtete. Steirische Initiativen halfen damals sofort - und beweisen einen langen Atem: Aktuell werden weitere Schulen gebaut.

Im Frühjahr, wenn Alpinisten aus aller Welt wieder zum Sturm auf den Mount Everest ansetzen, kommen viele von ihnen an der Schule in Monjo vorbei. Sie sehen Kinder, die geduldig zwischen Trümmern dem Unterricht folgen. Sie ahnen die Zerstörung durch das schlimme Erdbeben von vor zwei Jahren, das 9000 Menschen das Leben kostete.

Doch für die Schule auf etwa 2800 Meter Seehöhe am Hauptweg zum Everest gibt es Hoffnung. Eine der beiden Gebäudeblöcke ist dank einer kanadischen Stiftung bereits wieder aufgebaut, für den zweiten sammelt derzeit die Aktion "Bergretter helfen im Himalaya".

Treibende Kraft ist der Ausseer Bergretter Markus Raich, der unmittelbar nach dem Erdbeben drei Wochen lang im Helikoptereinsatz war und danach half, eine total zerstörte Schule im Ort Satyadevi wieder aufzubauen. Nun kämpft er für Monjo. Die Bauarbeiten haben begonnen - eine logistische Herausforderung: "Das Material wird per Lkw nach Jiri gebracht, von dort muss es eine Woche lang von Trägern am Rücken nach Monjo gebracht werden", berichtet Raich. Die Eröffnung ist für den 11. November geplant, allerdings fehlen noch etwa 15.000 Euro.

Eine Schule setzt neue Maßstäbe
In noch größeren Dimensionen agiert das Grazer Unternehmen "Weltweitwandern". Seit dem Erdbeben wird unermüdlich geholfen, jetzt startet das bisher größte Projekt, der Bau der Kundalinee School nahe der Hauptstadt Kathmandu für bis zu 400 Kinder. Die Schule um eine Million Euro (die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert) soll neue Maßstäbe setzen: zum einen durch die ökologische und erdbebensichere Bauweise, zum anderen durch eine fortschrittliche Pädagogik als Kontrast zum ansonsten eher konservativen Schulwesen in Nepal. Am 1. April fand der Spatenstich statt, vier Bauphasen bis 2020 sind vorgesehen. Architekt Johannes Würzler ist aus Graz. Er machte Vermessungen, plante und wird regelmäßig vor Ort sein.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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