Fr, 24. November 2017

Wasserwelten

03.05.2017 13:40

Swimmingpools: So gehen Sie beim Kauf nicht baden!

Viele Österreicher träumen von einem Swimmingpool im eigenen Garten. Doch wer die Verwirklichung dieses Traumes nicht gründlich vorbereitet, läuft Gefahr, am Ende vor allem sprichwörtlich baden zu gehen. Wir verraten Ihnen, was Sie bei der Planung Ihres eigenen Pools beachten sollten. Wagen Sie den Sprung ins kalte Wasser!

Die Temperaturen steigen kontinuierlich an, der Sommer steht bereits in den Startlöchern und einige können den Sprung ins kalte Wasser kaum noch erwarten. Als naheliegende Wasserstationen bieten sich der nächste Baggerteich oder das öffentliche Freibad ums Eck an. Noch naheliegender wäre allerdings ein Pool im eigenen Garten! Da spart man sich unnötige Wege und kann noch vor dem Frühstück ins erfrischende Nass eintauchen, um ein paar Längen zu schwimmen - auch wenn die beim Eigenpool doch oft ziemlich kurz sind.

Der Traum vom Pool
Wenn man sich in den diversen Baumärkten oder im Internet umschaut, kann man den Eindruck gewinnen, dass der Traum vom eigenen Swimmingpool eigentlich gar nicht so unbezahlbar ist. Zugegeben, das aufblasbare Schwimmbecken, das man um wenige hundert Euro gleich aus dem Regal mit Nachhause nehmen kann, ist vielleicht nicht der Traum-Pool schlechthin. Aber wer ein paar Hunderter drauflegt, bekommt bereits eines der zahlreichen Aufstellpools mit Stahl- oder Holzverkleidung.

Fürs Aufstellen ist hier weniger eine große Lunge gefragt als etwas handwerkliches Geschick. Wir reden hier immer noch von "oberirdischen" Schwimmbecken, die einfach so im Garten abgestellt werden können - vorausgesetzt, es handelt sich um eines der kleineren Modelle. Manche Aufstellpools erreichen nämlich bereits recht beachtliche Ausmaße, sodass es mitunter erforderlich ist, eine zementierte Fundamentplatte zu errichten, auf dem das Becken sicher abgestellt werden kann. Einige dieser Aufstellbecken lassen sich ganz oder teilweise im Boden versenken. Dafür braucht es bereits kleinere Erdarbeiten, die - ebenso wie etwa das Errichten der Fundamentplatte - im angegebenen Preis nicht inbegriffen sind.

Einbau-Pools
"Richtige" Schwimmbecken, also solche, die in der Erde versenkt werden, heißen in der Fachsprache Einbau-Pools - und selbst die gibt es im Baumarkt zu kaufen! Auf den Fotos in den Prospekten bzw. im Internet sehen diese Becken geradezu atemberaubend aus - erst recht, wenn man sich die daneben angegebenen Preise auf der Zunge zergehen lässt. Es beginnt bei Beträgen im niedrigen vierstelligen Euro-Bereich. Man muss aber wissen, dass man damit lediglich eine Art Swimmingpool-Bausatz erwirbt. Der zusätzliche Arbeits- und auch Kostenaufwand ist doch beträchtlich.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Zunächst sind die Baggerarbeiten zu organisieren, denn es ist ja eine Menge Erde auszuheben. (Nicht zu vergessen, die Frage: Wohin am Ende mit dem ausgehobenen Erdreich?) In der Grube müssen eine dicke Betonbodenplatte eingezogen, Außenwände aufgestellt, ein Filterschacht angelegt, Folien in mühevoller Kleinarbeit angebracht sowie Wasser- und Elektro-Installationen vorgenommen werden.

Es ist also kein Fehler, wenn Sie (und Ihre Helfer) eine abgeschlossene Maurerlehre oder zumindest sehr viel Erfahrung im Hausbau mitbringen. Das Errichten eines Einbau-Pools wird Ihren Garten vorübergehend in eine mittlere Großbaustelle verwandeln! Das Material für die erforderlichen Vorbereitungsarbeiten ist im Lieferumfang des Pools normalerweise nicht enthalten. Dazu zählt der Beton für die Bodenplatte ebenso wie die Umrandungssteine rund um das Becken.

Becken in allen Formen
Einbau-Pools gibt es in Styropor- oder Stahlwandausführung in den verschiedensten Größen und Formen. Swimmingpool-Fachmärkte bieten darüber hinaus ganze Fertigbecken (in einem Stück) an. Auch hier ist die Formenvielfalt enorm, mit viel Spielraum für die gestalterische und größenmäßige Anpassung an individuelle Wünsche. Außerdem stellen Fachmärkte das geschulte Personal, um alle erforderlichen Arbeiten fachgerecht und professionell durchzuführen.

Stellen Sie sich die Frage: Wofür möchte ich das Becken hauptsächlich nutzen? Zum Schwimmen? Dann empfiehlt sich eine rechteckige Beckenform, die natürlich möglichst lang sein sollte. Denken Sie an die Möglichkeit einer Gegenstromanlage. Als Planschbecken für Kinder eignet sich am besten ein rundes Becken, das von allen Seiten gut zugänglich und nicht allzu tief ist (höchstens 1,20 Meter). Wenn es hingegen darum geht, den Garten in eine Oase des Wohlfühlens zu verwandeln, darf ruhig nach optischen Kriterien ausgewählt werden. Vielleicht kommt auch ein Außen-Whirlpool in Frage?

Gut geplant
Viele Dinge sind vor dem Kauf eines Swimmingpools durchzudenken. Nicht nur, wohin mit dem Pool, sondern auch die wichtige Frage, ob es eventuell eine Baugenehmigung braucht. Bei Schwimmbecken über 50 Kubikmetern (50.000 Liter) ist eine Bewilligung erforderlich. Sicherheitshalber klären Sie alle rechtlichen Fragen im Voraus bei der Gemeinde bzw. der zuständigen Behörde.

Ein Schwimmbecken fasst viele Hektoliter Wasser. Bei der Befüllung gelten je nach Gemeinde und Wasserversorger unterschiedliche Regeln. Auch das muss abgeklärt werden, wobei Probleme nicht wirklich zu befürchten sind. Glücklicherweise leben wir in einem Land, in dem Wasserknappheit nur selten ein Thema ist.

Tipps für den idealen des Swimming Pools:

  • Ein Schwimmbecken braucht viel Sonne. Je mehr es davon abkriegt, desto wärmer ist das Wasser - und das spart Heizkosten. Dank relativ kühler heimischer Nächte ist unter Tags immer noch für ausreichend Abkühlung gesorgt.
  • Der Pool sollte nicht unter Bäumen stehen. Die werfen nicht nur Schatten, sondern auch Blätter oder Blüten ab. Das ist lästig, auch die Filteranlage wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen.
  • Woher weht normalerweise der Wind in Ihrem Garten? Gut, wenn sich der Skimmer - also jene Vorrichtung, von der das Schmutzwasser angesaugt wird - auf der windabgeneigten Seite befindet, so dass Insekten, Blätter und sonstiger Unrat gleich in diese Richtung getrieben werden.
  • Noch besser: Das Becken liegt in einem windgeschützten Bereich. Ständiger Wind mindert den Badespaß und lässt das Wasser an der Oberfläche abkühlen, was ebenfalls Heizkosten verursacht.
  • Befinden sich Wasser- und Stromanschluss in der Nähe des geplanten Pool-Standorts? Wenn nicht, müssen zusätzliche Leitungen gelegt werden.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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