Fr, 24. November 2017

Ärzte- & HTL-Projekt

03.05.2017 08:44

Hilfe für Salzburgs kaputte Sportlerknie

Bänderverletzungen gehören zu den häufigsten Sportler-Problemen. Verletzungen der Innenbänder waren bisher nicht genormt diagnostizierbar. Das will der Salzburger Arzt Christoph Kittl nun mit Hilfe von HTL-Maturanten ändern: Sie haben ein 1:4 Modell eines Diagnosegerätes für derartige Verletzungen konstruiert.

Oliver Wieder (20) aus Bad Ischl und sein HTL-Klassenkamerad Leon Almeida (20) aus Mondsee haben im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein völlig neuartiges Diagnosegerät konstruiert. Dr. Franz Landertshamer, Abteilungsvorstand für Maschinenbau und Ex-HTL-Direktor Dr. Herbert Kittl haben die Arbeit der Schüler betreut, jetzt ist das 1:4 Modell fertig. Dr. Christoph Kittl, Assistenzarzt an der Uni-Klinik Münster und sein Vorgesetzter, Orthopädie-Spezialist Prof. Dr. Mirco Herbot, haben die Anregung dazu gegeben: "Röntgen und MRT reichen nämlich nicht aus, um Risse im Innenband zu erkennen, wenn das Problem chronisch geworden ist, weil beides nur statische Untersuchungen sind."

Typischerweise knickt das instabile Knie bei derartigen Verletzungen nach innen ein, Mediziner sprechen dann von einer sogenannten Valgus-Instabilität.Der Prototyp muss noch an Patienten erprobt werden, doch eines lässt sich jetzt schon sagen: Damit wird eine wesentlich genauere Diagnose möglich sein, welches der Bänder (Innenband oder hinteres Schrägband) wie stark und wo beschädigt ist. Dr. Christoph Kittl: "Bisher war die Diagnose im Röntgen nur mit gestrecktem Knie möglich, das neue Gerät ermöglicht eine dynamische Untersuchung bei 20 bis 30 Grad Beugung." Dadurch kann man das Bänder-Problem punktgenau aufspüren, eine Hilfe vor allem bei chronischen Verletzungen und starken Rissen, die schwer bis gar nicht mehr verheilen.

Prototyp auf dem Weg zur Serienfertigung
"Das Gerät wird dabei am Tisch fixiert und greift nur am Unterschenkel am Schienbein an", so Oliver Wieder und Leon Almeida, beide Schüler der 5B-HMBU in der Itzlinger HTL.Geht der Prototyp der Salzburger HTL-Schüler in die Serienfertigung, so wird dadurch erstmals eine genormte Diagnose für das Innenband möglich. Eine entscheidende Hilfe bei Sport-Verletzungen in vielen Sparten - vom Fußball bis zu Läufern und vielen Leichtathleten.

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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