Sa, 25. November 2017

Alarmierender Brief

28.04.2017 07:44

Salzburgs Beamte machen Druck auf Land!

Die Straßenmeister sind in höchster Sorge: Schlaglöcher, Spurrinnen und Rumpelpisten als Dauerzustand - und das ist richtig gefährlich. Daher haben sich die Beamten aus allen fünf Bezirken in einem gemeinsamen Brief an den zuständigen Landesrat Hans Mayr gewandt: Nicht zu handeln wäre fahrlässig!

Zu einer ungewöhnlichen Maßnahme haben jetzt die Straßenmeister aus allen fünf Salzburger Bezirken gegriffen: Sie haben laut Informationen der "Krone" einen gemeinsamen Brief an Landesrat Hans Mayr (SBG) geschickt - und der Inhalt ist alarmierend. Wenn nicht sofort Maßnahmen gesetzt werden, heißt es in dem Schreiben, wird die Straßeninfrastruktur komplett verfallen. Vielerorts sei es bereits jetzt notwendig, dass nicht nur die Deckschicht erneuert werden muss, sondern auch gleich der gesamte Straßenaufbau. Dadurch entstehen laut den Experten die vier- bis fünffachen Kosten.

Außerdem verweisen die Straßenmeister in weiterer Folge auch auf die bindenden Vorschriften der RVS. In diesen Richtlinien für Straßenbau und Verkehr ist nämlich genau geregelt, wie bei Spurrinnen und verkehrsgefährdenden Zuständen vorzugehen ist: Sie müssen sofort behoben werden. Vier Straßen sind derzeit besonders betroffen Auch was die Erhaltung der Substanz angeht, ist die Vorgehensweise genau beschrieben. So heiß es etwa bei den "Standards in der betrieblichen Erhaltung von Landesstraßen" unter Punkt 3.2.5.: "Mittelnahtschäden sind bei circa 2,5 cm Breite und circa 3 cm Tiefe umgehend zu sanieren."

Besonders vier Straßen gelten in Salzburg als dringend sanierungsbedürftig: Die Salzachtal Straße (B 159) weist bei Kilometer 42 mehrere große Schlaglöcher mitten auf der Fahrbahn auf. Bei der Wagrainer Straße (B 163) ist die Oberfläche bei Kilometer 20 stark beschädigt. Massive Spurrinnen machen sich bei der Katschberg Straße (B 99) im Streckenabschnitt bei Kilometer 41 bemerkbar. Außerdem weist auch die Oberfläche der Murtal Straße (B 96) auf Höhe von Kilometer 66 massive Oberflächenschäden auf. Die Reparatur und Instandhaltung ist aber nicht nur eine Kostenfrage, sondern auch in rechtlicher Hinsicht brisant, etwa wenn es deswegen zu Schäden oder Unfällen kommt.

SPÖ fordert Regierung auf endlich zu handeln
"Grundsätzlich empfiehlt es sich, das eigene Tempo an den Zustand der Straße anzupassen", rät Aloisia Gurtner vom ÖAMTC, dass die Beweisführung in solchen Fällen nicht immer ganz einfach ist - wichtig: Sofort Fotos machen und eventuelle Zeugen benennen. Auch kann die Polizei Auskunft geben, ob es an der selben Stelle schon vergleichbare Vorfälle gab. Wenn Fahrbahnschäden nämlich über einen längeren Zeitraum bekannt sind, aber keine Maßnahmen eingeleitet werden, haftet der Straßenerhalter. Für SPÖ-Verkehrssprecher LAbg. Gerd Brand ist die Lage klar: "Durch den Brief wurde die Landesregierung jetzt in Kenntnis gesetzt uns muss umgehend handeln, damit für die Verkehrsteilnehmer keine Gefahren entstehen." Er fürchtet, dass das Land hier an der falschen Stelle seinen Sparstift angesetzt hat.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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