Do, 23. November 2017

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27.04.2017 05:51

Todes-Domina: Ihre Lebensbeichte

September 2015, Zimmer 1714. Ein Mann wird in seinem Hotelzimmer in Wien tot aufgefunden. Seine Domina ist am Boden zerstört, sie hatten doch eine schriftliche Vereinbarung. Ein Jahr später die Verhandlung: Das Gericht verurteilt die Prostituierte zu einer zweijährigen bedingten Haftstrafe. Nun legt die Ex-Domina ein Buch vor: "Todes-Domina: Gefährliche Begegnungen auf der Suche nach der großen Liebe". Mit krone.at besuchte Pamela Fuchs (29) das Zimmer, das ihr Leben für immer verändert hat.

Pamela Fuchs: als Kind missbraucht, als Jugendliche vom Freund krankenhausreif geschlagen. Ausgerechnet ihre große Liebe brachte sie ins Milieu. Die Prostituierte macht Schlagzeilen, als der Freier Martin K. (45) am 13. September 2015 bei Strangulationen in einem Hotelzimmer am Wiener Hauptbahnhof ums Leben kommt. Mit Klebeband über dem Mund, einem Schuhband um den Hals und in einer Seilschlaufe hängend, verlangt der Kunde von Pamela "Atemreduktion bis zur Bewusstlosigkeit". Kurze Zeit später ist er tot.

"Ich habe alles so gemacht, wie er wollte"
"Er wird ewig in meinen Erinnerungen bleiben", sagt sie über den Freier, der alles veränderte. Martin K. hatte zuvor eine Vereinbarung unterschrieben, sein Todesurteil quasi. "Ich habe alles so gemacht, wie er wollte, trotzdem bin ich ein Mensch mit einer Seele. Dass jemand gestorben ist, und du bist daran beteiligt, das ist kein schönes Gefühl."

"Es ist nie was passiert ..."
Schuldgefühle habe die Ex-Domina wegen des Sex-Unfalls trotzdem: "Ich versuche es mir selbst so einzureden, dass es psychisch ertragbar ist." Niemals hätte sie mit seinem Tod gerechnet: "In diesem Job sieht man so viele Sachen, lebensgefährliche Sachen, und es ist nie etwas passiert." Als wir vor der Zimmertür stehen, schildert sie rückblickend die letzten Stunden vor dem Fund des toten Freiers - bis es nicht mehr geht: "Komisches Gefühl, können wir gehen?", bittet uns Pamela. Wir verlassen das Hotel wieder.

Neues Leben
Mittlerweile hat sie dem Rotlichtmilieu den Rücken gekehrt. Über ihre Zeit als Prostituierte schrieb sie das Buch mit dem Titel "Todes-Domina" (egoth-Verlag). Es soll junge Mädchen vor dem Gewerbe warnen. Das schnelle Geld wird leicht zu einer Sucht, so einfach ist ein Ausstieg dann nicht. Das Buch ist ab Freitag erhältlich.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr
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