Sa, 25. November 2017

Prozess in Innsbruck

21.04.2017 15:25

Tiroler nach Sex-Chat in Haft

Schwerer sexueller Missbrauch muss nach dem Strafgesetzbuch nicht zwingend durch direkten Kontakt geschehen. Da reicht auch ein einschlägiger Chat im Internet. Ein Tiroler (28) ließ sich darauf ein - und muss nun ins Gefängnis. Er hatte eine Zwölfjährige aufgefordert, eindeutige Fotos zu machen und ihm zu schicken.

Die Mutter eines zwölfjährigen Mädchens hatte die unfassbare Kommunikation ihrer Tochter mit einem vorerst unbekannten Internet-Nutzer entdeckt und war aus allen Wolken gefallen. Natürlich alarmierte sie sofort die Polizei, die wenig Mühe hatte, den Gesprächspartner ausfindig zu machen. Der 28-Jährige hatte dem Mädchen seine Handynummer übermittelt. Damit diese ihm eindeutige Aufnahmen zuschicken konnte.

Der Austausch von intimen Fotos ist an sich nicht strafbar - außer wenn Unmündige im Spiel sind. Und das wusste der 28-jährige Tiroler. Denn offensichtlich war er im weltweiten Netz auf der Jagd nach kinderpornografischen Darstellungen und Kontakten. Aus dem Chat-Verlauf ging eindeutig hervor, dass vor dem Verschicken der Bilder über das Alter gesprochen wurde.

24 Monate Gefängnis - acht davon unbedingt

Am Freitag musste sich der schmächtige junge Mann am Innsbrucker Landesgericht einem Schöffensenat stellen - wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Unmündigen. Und auch wegen rund 100 Kinder-Pornos, die man auf seinem Computer fand.

Das Urteil von 24 Monaten Gefängnis - acht davon auf Bewährung - ist noch nicht rechtskräftig.

Stefan Ruef, Kronenzeitung

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