Mo, 23. Oktober 2017

"Entnervt"

21.04.2017 10:36

ORF-Newsroom-Koordinator wirft das Handtuch

Der ursprünglich für 2020 geplante millionenschwere Bau des neuen ORF-Newsrooms droht sich weiter zu verzögern. Denn ausgerechnet Projektleiter und Koordinator Stefan Ströbitzer hat jetzt "entnervt", wie es heißt, das Handtuch geworfen.

Per E-Mail habe Ströbitzer ORF-Chef Alexander Wrabetz mitgeteilt, dass er die Aufgabe "mangels Projekt" nicht mehr wahrnehmen werde, berichtet der "Kurier" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beim ORF. Demnach sei der Koordinator des sogenannten trimedialen Newsrooms, der die tagesaktuellen Redaktionen von TV, Radio und Online vereinen soll, entnervt gewesen, weil sich dessen geplanter Bau verzögert. Eine vorläufige Testphase soll zudem am Widerstand von Online- und Radioredaktion gescheitert sein.

Wie es jetzt weitergehen soll, bleibt vorerst offen. Seitens des ORF hieß es dem Bericht nach, dass es in der "Newsroom-Projekt-Struktur entsprechende Anpassungen" geben werde. Wer Ströbitzer nachfolgt, könnte im Juni bekannt gegeben werden, wenn sich Wrabetz vor den Stiftungsräten zu den Verzögerungen sowie den steigenden Kosten bei der ORF-Sanierung äußern möchte.

"Millionengrab"
Das Standort-Projekt des ORF läuft seit Längerem nicht wirklich rund. Nach langer Entscheidungsfindung segnete der Stiftungsrat vor drei Jahren, im März 2014, die Zusammenführung der ORF-Einheiten am Hauptstandort in Wien-Hietzing und dessen Sanierung ab. Als Budget wurden 303 Millionen Euro festgelegt.

Inzwischen hat jedoch allein die Sanierung des Hauptgebäudes weit mehr als die geplanten 40 Millionen Euro verschlungen, und die prognostizierten Baukosten für den zusätzlich geplanten Neubau sollen "deutlich" über dieser Summe liegen, weshalb man beim ORF laut "Presse" hinter vorgehaltener Hand bereits von einem "Millionengrab" spricht.

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