Mi, 18. Oktober 2017

ÖVP und FPÖ dagegen

13.04.2017 17:15

Karfreitagsdebatte: SPÖ für zusätzlichen Feiertag

In der aktuellen Debatte über die Karfreitagsregelung macht sich die SPÖ dafür stark, einen zusätzlichen Feiertag für ALLE Arbeitnehmer einzuführen. ÖVP, FPÖ und NEOS lehnen das unter Hinweis auf Traditionen und wirtschaftliche Probleme ab.

Zu den zuletzt vor allem auf Höchstrichter-Ebene geführten Beratungen über die Frage eines allgemeinen arbeitsfreien Karfreitags hat die SPÖ auf "Krone"-Anfrage eine eindeutige Position bezogen. "Die Österreicher sind ein sehr fleißiges Volk. Das zeigen auch internationale Studien", sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler. Die Kanzler-Partei vertritt daher in der Karfreitagsfrage die Ansicht, dass "ein zusätzlicher Feiertag sicherlich im Sinne der Arbeitnehmer wäre, die sich das verdient hätten". Niedermühlbichler bewertet einen zusätzlichen Feiertag "auch als einen Beitrag zur Arbeitszeitverkürzung".

ÖVP-Generalsekretär Amon: "Nicht zielführend"
Wenig überraschend völlig konträr dazu die Vizekanzler-Partei: "Die derzeitige Arbeitszeitregelung hat sich über Jahrzehnte bewährt und braucht daher keine gesetzliche Änderung", erklärt Generalsekretär Werner Amon. Er meint auch, dass "ein zusätzlicher gesetzlicher Feiertag angesichts der bereits hohen Anzahl an arbeitsfreien Feiertagen in Österreich nicht zielführend sein kann". Er verweist darauf, dass ein "weiterer allgemeiner arbeitsfreier Tag die heimische Wirtschaft rund 600 Millionen Euro kosten würde". Viel wichtiger ist nach Amons Ansicht, die Arbeitszeitregelungen flexibler zu gestalten.

NEOS-Chef Strolz: "Reine Scheindebatte"
Das sieht auch NEOS-Chef Matthias Strolz so. Er hält die Debatte rund um die Feiertagsregelungen für eine "reine Scheindebatte". Für Strolz wäre es "wichtiger und wesentlich sinnvoller, endlich ein flexibles Arbeitszeitmodell umzusetzen". Das Argument der jüngsten Parlamentspartei: "Jeder Arbeitnehmer soll die Freiheit haben, sein Privatleben individuell gestalten zu können. Eine Debatte darüber brächte allen mehr."

Hofer will keine Änderung der Feiertagsregelung
Eine klare Meinung dazu vertritt der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ). Für ihn bleibt der Karfreitag ein arbeitsfreier Feiertag für die evangelische Glaubensrichtung. "Die Feiertage sind historisch gewachsen. Daran soll man nicht rütteln." Zwischen den Religionen soll nun auch kein Feiertagswettbewerb einsetzen, so Hofer.

Kronen Zeitung

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