Fr, 15. Dezember 2017

Dank Traum-Frühjahr

12.04.2017 10:54

Salzburger "Beton-Bullen" auf der Überholspur

Spielt Salzburg in den verbleibenden acht Liga-Runden noch fünfmal zu null, der eigene unter Trainer Giovanni Trapattoni aufgestellte Rekord von 19 Partien ohne Gegentor wäre - wie berichtet - eingestellt. Unter dem italienischen Defensiv-Papst wurde 2006/07 der erste Meistertitel unter Red Bull-Flagge eingefahren. Bei einem vorzüglichen Gegentorschnitt von lediglich 0,69. (Im Video oben sehen Sie den 1:0-Sieg gegen Sturm am vergangenen Liga-Wochenende!)

Zehn Jahre später hören die Bullen auf die Kommandos des Katalanen Oscar, der als erster Bullen-Trainer die Titelverteidigung erfolgreich abschließen wird. Ein Erfolgsgrund ist die Stabilität: Nach 1:0-Führung verloren die Salzburger heuer nicht eine einzige Partie. Die Abwehr wurde im Frühjahr überhaupt erst zweimal überwunden, jüngst seit 304 Minuten nicht mehr. "Ich bin aber kein Defensiv-Trainer", wehrt sich der angriffslustige Spanier. Wobei der Blick auf die Statistik eben etwas anderes vermuten ließe: Salzburg erhält in der Bundesliga im Schnitt nur 0,64 Gegentore. Weniger als einst unter Trapattoni. Weniger als das Gros der Leader in Europa (siehe Grafik unten).

Zieht man die Top-20-Nationen der UEFA-Fünfjahreswertung zurate, landen Keeper Walke und Co. in der Gegentor-Wertung hinter FC Kopenhagen (0,43), Benfica (0,50) Bayern (0,54) und Co. auf dem tollen Rang sieben. Ohne den durchwachsenen Herbst nach dem Abgang einiger Schlüsselspieler würde Österreichs Meister wohl zudem in Sachen Punkteschnitt in den Top 10 rangieren. Diesbezüglich saßen die Bullen mit einem Schnitt von 2,50 schon Mitte 2016 kurz auf dem Thron.

Warum sich Oscar nicht zu allererst als Defensiv-Verfechter sieht, erklärt er so: "Der Spruch, Angriff ist die beste Verteidigung, hat seine Berechtigung. Wir haben sehr viel Ballbesitz über der Mittellinie. Solange das der Fall ist, kann der Gegner keine Tore schießen. Die Behauptung, wir wären defensiv eingestellt, ist so nicht richtig", kann der 43-Jährige mit dem Begriff "Beton-Bullen" nicht eben viel anfangen.

Eine Antwort hat der Erfolgstrainer auch auf die Frage parat, wieso Salzburg trotz Verlustes von Soriano und Co. wieder so dominant wurde: "Die Spieler trainieren sehr hart. Alle Einheiten sind sehr intensiv. Sie bringen viel Lust auf, gut zu arbeiten. Sie bestreiten die Spiele so, als wären es Finalspiele!"

Valentin Snobe, Kronen Zeitung

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