Mo, 23. Oktober 2017

"Stört Gläubige"

12.04.2017 14:44

Zwei-Meter-Phallus neben Kreuzweg sorgt für Wirbel

Eine zwei Meter hohe Phallus-Statue neben einem Kreuzweg in Oberösterreich sorgt kurz vor Ostern für Aufregung. Der Besitzer einer Villa am Kalvarienberg hatte das massive Männlichkeitssymbol im Garten seines Anwesens aufgestellt - gut sichtbar für die Teilnehmer der Leidensprozession.

Laut dem Antiquitäten-Millionär Jürgen Hesz, dem die sogenannte Russenvilla am Kalvarienberg in Traunkirchen (Bezirk Gmunden) gehört, ist die Statue rund 2000 Jahre alt und ein Fruchtbarkeitssymbol aus hellenistischer Zeit. Er habe sie laut einem ORF-Bericht dort schon vor Monaten aufgestellt. Laut Bürgermeister Christoph Schragl sei der Phallus hingegen erst am Freitag aufgestellt worden.

Ortsansässige vermuten, dass das Monument nicht zufällig neben dem Kreuzweg steht. Hintergrund könnten Streitigkeiten um die Errichtung eines vom Eigentümer geplanten Kunstspeichers sein. Diesen hat der Gemeinderat abgelehnt.

"Gläubige fühlen sich gestört"
An dem aufrecht stehenden Penis müssen nun wohl oder übel die Teilnehmer des traditionellen Traunkirchner "Antlaß-Singens" in der Nacht auf Freitag sowie jene der Karfreitagsprozession vorbeiziehen. "Einige fühlen sich in der Ausübung ihres Glaubens gestört", so Schragl gegenüber dem ORF. Daher wurde von Gemeindemitarbeitern am Dienstagabend sogar ein Sichtschutz zwischen dem Kreuzweg und der Statue angebracht.

Die grüne Plane wurde allerdings bereits am Mittwochvormittag wieder entfernt. Denn sie stand direkt vor der Hecke am Garten des Statuen-Besitzers, obwohl sich die Grundgrenze eineinhalb Meter davor befindet. Der Sichtschutz hätte mitten auf dem Kreuzweg aufgestellt werden müssen und damit den gewünschten Zweck nicht mehr erfüllt.

Bürgermeister hofft auf Lösung
Bürgermeister Schragl zeigte sich am Mittwochnachmittag zuversichtlich, eine gemeinsame Lösung zu finden. So habe er mit dem Grundeigentümer ein Telefonat geführt, das gut verlaufen sei. Ein persönliches Gespräch sei dabei vereinbart worden.

Der Eigentümer von Villa und Stein-Penis bestreitet, der Gemeinde eins auswischen zu wollen: Er findet vielmehr, dass ihm der Tourismusverband "eine Plakette verleihen" sollte, weil der Ort im Salzkammergut durch seine Aktion im Gespräch bleibe.

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Redaktion
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