Do, 23. November 2017

Gefälschte Bilder

12.04.2017 05:05

Kunstbetrüger trickste Opfer systematisch aus

Durch sein eloquentes Auftreten und große Beredsamkeit ist es dem untergetauchten Kunstbetrüger Hans Alexander Vajda gelungen, das Vertrauen von Kunstfreunden zu erschleichen. Der einschlägig vorbestrafte Wiener hatte sich nur kurz nach einem Haftaufenthalt an einen Schwanenstädter Ex-Unternehmer angepirscht und diesen ausgetrickst. Das Opfer blieb auf 410.000 Euro Schaden sitzen.

"Im Nachhinein betrachtet war das eine kabarettreife Show", sagt der Linzer Anwalt Oliver Plöckinger über den europaweit gesuchten 47-Jährigen. Sein Mandant hatte Vajda 2011 kennengelernt. Der Wiener behauptete, Kunstwerke aus seriösen Quellen zu vernünftigen Preisen beschaffen zu können. "Er hat auch die Sammlungen Gurlitt oder Kapsreiter in Schärding als Referenz angeführt", erklärt Plöckinger.

Elf Fälschungen
Die Männer kamen überein, Kunstwerke anzukaufen und sie anschließend mit Gewinn weiterzuveräußern. "Mein Mandant hat 22 Gemälde finanziert, und dafür 800.000 Euro ausgelegt", erklärt der Anwalt. Der Schwanenstädter sei in dem Glauben gewesen, Arbeiten von Rembrandt, Schiele, Klee, Kokoschka oder Egger-Lienz günstig zu erwerben. Doch nur ein Teil der Bilder - vor allem zeitgenössische - war echt. Plöckinger: "Die Hälfte waren leider Fälschungen."

Echte Bilder aus Galerie
Wie sich später herausstellte, gehörte ein Teil der echten Bilder einer Galerie in der Bundeshauptstadt, von der sie Vajda lediglich in Kommission genommen hatte. "Mein Mandant hat dem Mann derart vertraut, dass er ihm auch noch 100.000 Euro Darlehen für das Haus seiner Tochter gegeben hat", so Plöckinger. Geld von Vajda sah der Oberösterreicher nie. Der Betrug flog auf, als der Schwanenstädter eine Expertise für eine Versicherung benötigte. Plöckinger: "Vajda hat dann behauptet, er sei selbst betrogen worden, kurz darauf ist er untergetaucht."

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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