Mi, 22. November 2017

Heli-Piloten

11.04.2017 07:54

Rettung bei Nacht bald in James-Bond-Manier

Der Rettungshelikopter "Christophorus 6" des ÖAMTC schwebt nach einem Übungsflug über dem Landeplatz am Salzburger Flughafen. Um 22.30 Uhr ist das außergewöhnlich, denn bis jetzt kamen die "Gelben Engel" bei Notfällen nur bei Tageslicht. Mit modernen Nachtsichtbrillen aus den USA wird sich das ändern.

"Phase 1 ist angelaufen". Klingt wie in einem James Bond-Film, heißt aber nur, dass die Rettungscrews des "Christophorus 6" nicht mehr von der Dunkelheit überrascht werden können. Mit den "Night Vision Goggles" einer US-Firma mit Sitz in Idaho behalten Pilot und Flugretter im Cockpit auch bei Dunkelheit den Durchblick - gestochen scharf. "Sie werden am Helm montiert und können jederzeit herunter geklappt werden. Für den Notarzt gibt es ein Monokel, denn nur von Schwarz umgeben zu sein, ist unangenehm", erklärt Cpt. Thomas Brändle, Stützpunktleiter des ÖAMTC. Das Ziel: Einsätze, die am Abend länger dauern, sicherer machen und bei Wetter fliegen, das bis jetzt keine Starts ermöglicht hat.

Ist das die Lösung für Salzburgs Mangel an Notärzten in den Bezirken? Die Antwort lautet vorerst "nein", denn ein 24-Stunden-Betrieb ist bei uns nicht geplant - noch nicht. "Es gibt ein Pilotprojekt in Krems, wo die ganze Nacht geflogen wird.  Man wird sich anschauen müssen, wie das läuft", sagt Fluglehrer Michael Umschaden. Gemeinsam mit Johann Rathgeb bildet er die Crews an 15 Stützpunkten in ganz Österreich an den neuen Geräten aus. In einem früheren Interview mit der "Krone" bekundete der zuständige Landesrat Christian Stöckl Interesse und sagte: "Es wäre ein Fortschritt in der Versorgung der Bevölkerung."

1.333 Einsätze 2016
Doch vorerst bleibt es bei "Phase 1", wie ÖAMTC-Chef Erich Lobensommer weiß: "Als erstes wäre eine Bedarfserhebung notwendig. Fällt sie positiv aus, wären wir jederzeit bereit, sofern der politische Auftrag kommt." 1.333 Einsätze hat "Christophorus 6" im Jahr 2016 geflogen, fünf Prozent davon endeten in der Nacht. "Wir orientierten uns wie an einer Perlenkette an Ortschaften oder Straßen. Das ist mit den Nachtsichtgeräten nicht mehr nötig. Mit ein wenig Restlicht, sieht der Pilot Berge, Stromleitungen und so weiter. Wie am Tag nur in schwarz-weiß", erklärt Thomas Brändle.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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