Mi, 22. November 2017

Zeichen auf Einigung

11.04.2017 07:48

Poker um Gaißau geht weiter

Das stadtnahe Skigebiet Gaißau-Hintersee steht bei der neuerlichen Gläubigerversammlung morgen, Mittwoch, am Scheideweg - wieder einmal. Einigen sich die Beteiligten - zuletzt war das  an Bundesforste und Raiffeisen gescheitert - geht es weiter, wenn auch mit dem chinesischen Haupteigentümer. Wenn nicht: Konkurs!

Die gute Nachricht: Die Tendenz geht eher in Richtung Einigung, also dass die Gläubiger der 30 Prozent-Quote zustimmen und damit der Konkurs sowie die Zerschlagung des Unternehmens auf den letzten Drücker vermieden werden. Vorausgreifen wollte die Sprecherin der Österreichischen Bundesforste, Pia Buchner, der Entscheidung am Mittwoch nicht, aber: "Es gab am Freitag ein Gespräch zwischen Eigentümervertretern und Bundesforste. Da wurde ein von uns lange gefordertes Konzept vorgelegt, wie es mit dem Betrieb weiter gehen soll. Das werden wir prüfen und  entscheiden." Und Buchner betont: "Die Erhaltung des Skigebietes ist uns sehr wichtig, weil es uns um die Region geht."

Ähnliches ist auch von Raiffeisen zu hören. Man habe starkes Interesse, dass es in Gaißau-Hintersee weiter geht. Offen ist noch, wie es mit den Verträgen zwischen Bundesforste und Gaissauer Bergbahn GmbH in Zukunft ausschaut, sie laufen Ende Mai aus. "Alles Schritt für Schritt. Jetzt haben wir ein mittel- und langfristiges Konzept, ein wichtiger Impuls. Am Mittwoch die Gläubigerentscheidung und dann werden wir uns über die Zukunft unterhalten", so Buchner. Man wolle Investitionen und Projekten so offen wie möglich gegenüber stehen. An einer Beschneiung wird das jetzt noch reine Naturschneegebiet ja nicht vorbei kommen.

An den 30 Prozent des Geldes, mit denen sich die 90 Gläubiger zufrieden geben müssen, wird sich nichts ändern. "Ich gehe davon aus, dass das so bleibt", sagt Masseverwalter Dr. Wolfgang Hochsteger. Auch er drückt es vorsichtig aus und sagt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zum Konkurs kommt." Die Szenarien gehen ja bis hin zum kompletten Abbau der Lifte und Wiederaufforstung der Skipisten. So weit wollen es weder Betreiber, noch Gläubiger noch Politik kommen lassen, auch wenn viele den chinesischen Haupteigentümer (75 %) Zhonghui Wang gerne los haben würden. Nur: Dann müssten andere Investoren das Ruder übernehmen und die sind weit und breit nicht auszumachen. Die Summen, um die es geht, sind groß. Experten schätzen die Kosten alleine für eine technische Beschneiung, um die Saisonen endlich abzusichern, zwischen zwölf und 20 Millionen Euro.

Vielen ist Geld aus China lieber als keines
Da ist vielen das Geld aus China dann doch lieber als gar keines, auch wenn sich Wang nicht gerade als der zuverlässigste Partner präsentiert hat. Doch geht es nach dem Anwalt der Gaissauer Bergbahn GmbH, Arno Maschke, dann wird noch viel passieren. Zur "Krone" sagte Maschke schon bei der letzten Verhandlung: "Umfassende Pläne gibt es nicht nur in den Köpfen, sondern auf Papier. Vor allem jene für die Beschneiung sind schon sehr weit gediehen." Vorerst ist aber am Salzburg Landesgericht am Mittwoch um exakt 12 Uhr "High Noon" für Gaißau-Hintersee.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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