Fr, 24. November 2017

Wilde Syrien-These

31.03.2017 06:09

„Briten und Franzosen gegen Auslöschung des IS“

Ein Treffen der Anti-IS-Koalition in Washington, an dem vor einer Woche Vertreter aus den 68 Mitgliedsländern teilnahmen und bei der gemeinsame Strategien gegen die Terrormiliz beschlossen werden sollten, ist offenbar nicht zur Zufriedenheit der USA verlaufen. Das berichtet zumindest der umstrittene französische Journalist Thierry Meyssan aktuell auf dem von ihm gegründeten Portal "Réseau Voltaire International". Demnach hätten sich bei dem Meeting vielmehr die unterschiedlichen Interessen Europas gezeigt. Vor allem Briten und Franzosen seien gegen die von den USA vorangetriebene Auslöschung des IS, sagt Meyssan.

Obwohl es in einer Abschlusserklärung der Allianz hieß, man sei entschlossen, gemeinsam den IS auszulöschen, würde Europa eigene Ziele verfolgen. So hätten etwa die Regierungen in London und Paris den Angriff auf Damaskus und Hama koordiniert, um die syrische Armee zu zwingen, die Städte zu verteidigen, und damit deren Präsenz rund um Rakka zu schwächen. Weil sich auch viele Briten und Franzosen unter den IS-Kämpfern befänden, wolle man diesen die Flucht in Richtung türkischer Grenze ermöglichen, so die These Meyssans, der "Réseau Voltaire International" von Syrien aus betreibt.

"Briten und Franzosen wollen, dass IS für Erdogan kämpft"
Rakka, einst ein verschlafener Ort im Norden Syriens, gilt als Hauptstadt des IS in dem Bürgerkriegsland. Eine Koalition mit dem Namen Syrische Demokratische Kräfte (SDF) - angeführt von der Kurdenmiliz YPG - startete bereits vor Monaten eine Offensive und rückt vom Norden her auf die Stadt zu. Europa wolle Rakka zwar vom IS befreien - allerdings nicht, um es an Syrien zurückgegeben, behauptet Meyssan.

Man müsse sich darauf gefasst machen, dass die einstigen Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich Rakka angreifen, bevor die Stadt von den SDF umzingelt ist, um die Kräfte des IS von dort zu vertreiben - und gleichzeitig zu retten. Die Terrormiliz könne dann Richtung türkischer Grenze oder sogar in die Türkei flüchten, wo sie - sehr zur Freude des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan - die dort lebenden Kurden bekämpfen würde ...

Verschwörungstheoretiker mit Nähe zu Assad
Meyssan, der sich seit Mitte der 2000er-Jahre überwiegend als Journalist im Nahen Osten aufhält, war in den vergangenen Jahren vor allem durch die Verbreitung politischer Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten und hatte sich im blutigen syrischen Bürgerkrieg als Unterstützer von Staatspräsident Bashar al-Assad deklariert.

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Redaktion
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