Mi, 18. Oktober 2017

Drei Jahre Gefängnis

30.03.2017 10:45

Sanel Kuljic packt aus: „Da kommt mir das Kotzen“

Seit ein paar Tagen ist Sanel Kuljic wieder ein freier Mann. Nach drei Jahren im Gefängnis wurde der Ex-Fußballprofi am Montag entlassen. Wegen Wettbetrugs wurde der 39-Jährige für fünf Jahre verurteilt. In einem Interview mit dem Schweizer "Blick" packt der Ex-Austria-Star aus: "Fünf Jahre für Wettbetrug! Wenn ich da gewisse andere Urteile sehe, ist das völlig überzogen. Beim Gedanken wird mir gleich wieder schlecht (...) Ich weiß genau, was ich gemacht habe. Ich weiß auch, dass alles zu viel war. Die Strafe. Die unglaublich lange Untersuchungshaft. Es ist mehr ein Gefühl der Wut. Wenn mir da noch ein Senator sagt, 33 Monate sei keine so lange Zeit, kommt mir das Kotzen."

In dem Interview lässt der 20-fache österreichische Nationalteamspieler seinen Gefühlen freien Lauf und spricht über den Moment als er freikam: "Es ein komisches Gefühl. Einen Freudenschrei habe ich jedenfalls nicht ausgestoßen. Das muss ich erst einmal sacken lassen."

Kuljic glaubt, dass an ihm ein Exempel statuiert wurde. "Mitte Mai ist meine Beschwerde vom Grazer Oberlandesgericht abgewiesen worden. Aber das war mir so was von egal! Ob viereinhalb oder fünfeinhalb Jahre - wichtig war nur, dass damit die U-Haft zu Ende war. Denn bis das Urteil rechtsgültig war, saß ich in U-Haft", erzählt er und führt weiter aus: "Da darfst du nie raus, auch wenn du ein Musterhäftling bist. 33 Monate! Stellen Sie sich das vor! Nach Abweisung der Beschwerde konnte ich endlich Antrag auf Ausgang stellen. Und der wurde gutgeheißen."

"Geruch des Todes"
Der ehemalige Stürmer macht seither einen großen Bogen um Graz, wo er inhaftiert war: "Die letzte Verhandlung in Wien dauerte vier Minuten. Dann war mein Antrag auf bedingte Entlassung gutgeheißen. Ich habe ja nie Probleme gemacht. Und als Fußballer weiß man ja aus unzähligen Trainingscamps genau, was Disziplin heißt. In Graz aber, da ging ich in eine Verhandlung - und es hatte in diesem Raum den Geruch des Todes! Derart voreingenommen waren die mir gegenüber dort."

Auf die Frage, ob er sich resozialisiert fühle, antwortete Kuljic: "Ich weiß genau, was ich gemacht habe. Ich weiß auch, dass alles zu viel war. Die Strafe. Die unglaublich lange Untersuchungshaft. Es ist mehr ein Gefühl der Wut. Wenn mir da noch ein Senator sagt, 33 Monate sei keine so lange Zeit, kommt mir das Kotzen."

Beruflich hat der 39-Jährige einen neuen Job bei einem Immobilienhandels-Unternehmen gefunden. Vor einem Monat wurde er zum dritten Mal Vater.

krone Sport
Redaktion
krone Sport
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).