Do, 18. Jänner 2018

Comedy-Star warnt:

29.03.2017 13:04

"Erdogan riskiert Bürgerkrieg in Deutschland"

Der deutsch-türkische Comedy-Star und Satiriker Serdar Somuncu (49) wirft dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wegen dessen umstrittener Politik vor, einen Bürgerkrieg in Deutschland zu riskieren: "Stellen Sie sich vor, es stirbt nur ein Türke in Deutschland, ein AKP-Anhänger oder ein Nicht-AKP-Anhänger in einem innertürkischen Zwist. Wir hätten in einer Woche Krieg", sagte Somuncu am Mittwoch dem "Stern".

"Erdogan geht ans Limit. Er provoziert, dass die Situation eskaliert", so Somuncu, der im Alter von einem Jahr nach Deutschland gekommen war. Bei der Bundestagswahl im Herbst tritt der 49-Jährige als Kanzlerkandidat der Satire-Partei DIE PARTEI an und kandidiert im Wahlkreis Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost für ein Direktmandat.

Auch Kritik an Deutschen: "Noch immer unberechenbar"
Doch auch für das allgemeine Verhalten der Deutschen in der Flüchtlingskrise findet Somuncu kritische Worte. Für ihn sind sie "noch immer unberechenbar. Ich weiß nie: Mögen die jetzt Flüchtlinge oder nicht? Sind die türkenfreundlich oder türkenfeindlich? Wenn die heute sagen: 'Wir sind alle für Integration' - kann sein, dass die morgen Thilo Sarrazin wieder gut finden."

Zur Erinnerung: Der deutsche Ex-SPD-Politiker und nunmehrige Buchautor Sarrazin fordert in der aktuellen Flüchtlingskrise immer wieder rigorose Maßnahmen. "Alle illegal eingewanderten Migranten und Asylwerber, deren Aufenthaltsbegehren abgelehnt wurde, müssen unverzüglich und grundsätzlich ausnahmslos abgeschoben werden. Zur Not auch mit Militäreinsatz", hatte er etwa im Vorjahr gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt.

Verhältnis zwischen Türkei und Deutschland angespannt
Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sind seit mehreren Wochen äußerst angespannt. Auf die von den deutschen Behörden verfügte Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker reagierte Erdogan immer wieder mit scharfen Ausfällen. Bereits Anfang März hatte er aus Verärgerung den deutschen Behörden "Nazi-Praktiken" vorgeworfen.

Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab, das Erdogans Machtbefugnisse sehr stark ausweiten würde. Eine Mehrheit für Erdogan gilt jedoch nicht als sicher. Er hatte nach dem gescheiterten Putschversuch vom vergangenen Sommer zudem mehrfach erklärt, dass er ein Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe unterzeichnen werde, falls das Parlament es beschließe.

Wagenknecht: "Terrorpate Erdogan"
Nach den wochenlangen verbalen Attacken Erdogans in Richtung europäischer Spitzenpolitiker drehte die deutsche Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht kürzlich den Spieß um und kritisierte den türkischen Staatschef ihrerseits scharf: Sie nannte Erdogan einen "Terrorpaten" bzw. ganz unverblümt einen "Terroristen".

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Redaktion
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