Mi, 17. Jänner 2018

Reiner Riese

29.03.2017 10:09

Größter Brauner Zwerg der Milchstraße entdeckt

Im Sternbild Fische, rund 750 Lichtjahre von der Erde entfernt, haben Forscher den bis dato größten bekannten Braunen Zwerg entdeckt. Wobei die Bezeichnung Zwerg in diesem Fall irreführend ist, denn der Himmelskörper mit dem Katalagnamen SDSS J0104+1535 ist ein mächtiger kosmischer Hüne, der die 90-fache Masse des Planeten Jupiter besitzt.

Neue Untersuchungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile würden darauf hinweisen, dass SDSS J0104+1535 zehn Milliarden Jahre und damit rund doppelt so alt wie unsere Sonne ist, berichtet ein Team um Zeng Hua Zhang vom Institute of Astrophysics in the Canary Islands.

Der Braune Zwerg sei zudem ein kosmischer Purist, berichten die Wissenschaftler in den "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". Die Auswertung der VLT-Daten habe ergeben, dass SDSS J0104+1535 zu über 99,99 Prozent aus Wasserstoff und Helium bestehe und daher 250-mal reiner als die Sonne sei, so die Astronomen.

"Wir haben nicht damit gerechnet, einen Braunen Zwerg dieser Reinheit zu finden", wird Zeng Hua Zhang auf der Website Space.com zitiert. SDSS J0104+1535 bestehe fast ausschließlich aus sogenanntem primordialen ("ursprünglichen") Gas, das Elemente wie Wasserstoff und Helium enthalte, die kurz nach dem Urknall gebildet wurden, berichten die Forscher.

Verkappte, vergleichsweise kalte Sonnen
Braune Zwerge sind astronomische Objekte, die ein Sonderstellung zwischen Planeten und Sternen einnehmen. Sie entstehen wie Sterne in Staub- und Gaswolken, allerdings verdichtet sich ihre Masse nicht so stark, dass es - wie bei der Sonne - zu einer thermonuklearen Zündung in ihrem Kern kommt, wodurch sie sich quasi zu verkappten Sonnen entwickeln. Sie bleiben vergleichsweise kalt und glosen daher nur in Rot- und Brauntönen.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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