Fr, 24. November 2017

Kampf gegen Kritik:

28.03.2017 15:57

Aufregung um Schwarzafrikaner im Kindergarten

Ein Schwarzafrikaner im Kindergarten in Linz "Grüne Mitte" der Wirbel ist groß, weil sich Eltern beschwerten, dass sie nicht über seinen Einsatz informiert wurden. Für FP-Gemeinderat Peter Stumptner ist das ein "Drüberfahren". Beim Unabhängigen Landes-Freiwilligenzentrum (ULF) versteht man die Kritik nicht.

"Wenn man bedenkt, dass im Sudan ein blutiger Bürgerkrieg herrscht und eine Traumatisierung des jungen Mannes nicht ausgeschlossen werden kann, sollte kein unnötiges Risiko für unsere Kinder eingegangen werden", argumentiert der FP-Gemeinderat, dass er von solchen "Integrations-Maßnahmen" nichts hält. "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wir können nicht zwischen einheimischen und zugewanderten Freiwilligen einen Unterschied machen", ärgert sich Nicole Sonnleitner, Leiterin des ULF im untenstehenden Interview.
Inzwischen wollen die Blauen eine Anfragen-Welle bei Sozialminister Alois Stöger (SPÖ), der roten Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer und auch der zuständigen grünen Stadträtin Eva Schobesberger  starten, um zu klären, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
"Prinzipiell beurteile ich Projekte, bei denen Migranten Möglichkeiten zur Integration geboten werden, positiv. Es sollten jedoch vor Beginn solcher Maßnahmen auch alle Betroffenen ausreichend informiert und Bedenken ernst genommen werden", fordert der blaue Stadtpolitiker eine Ausweitung der Information beim Einsatz von Freiwilligen.

Verwundert und verärgert reagiert Nicole Sonnleitner vom ULF, das seit 2013 Freiwillige an Kindergärten vermittelt, auf die Kritik.

Die Aufregung um den "Schwarzen" im Kindergarten ist  groß.
Und unverständlich. Alle Freiwilligen  alle, ob Österreicher oder Migranten  müssen sich auf ihre Verlässlichkeit überprüfen lassen. Und sie sind nie mit den Kindern alleine, verrichten keine Tätigkeiten, für die sie geschult sein müssten. Wir verlangen einen Strafregisterauszug. Sonst gibt’s keine Beschäftigung.
Der Einsatz im Kindergarten ist aber eher kein Integrations-Projekt.
Wir kooperieren in Linz mit neun Kindergärten, setzten Österreicher und Migranten ein. Natürlich hat es einen integrativen Mehrwert für Zuwanderer, aber das ist nicht der Hintergrund des Projekts. Es bekommt auch niemand dafür eine Entlohnung.
Die Vorurteile über Zuwanderer ärgern Sie.
Wir haben eine Warteliste von Migranten, die sich freiwillig engagieren wollen. Aber wegen Bedenken trauen sich viele Organisationen nicht, sie einzusetzen. Wenn jene Leute, die verlangen, dass sich Migranten integrieren, schimpfen, wenn sie das über unbezahlte Freiwilligenarbeit machen, weiß ich auch nicht mehr weiter.

Markus Schütz

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