Di, 23. Jänner 2018

Vor Entscheidung

27.03.2017 16:38

Biogasanlagen: Großes Zittern bei Betreibern

"Wenn das beschlossen wird, was vorliegt, ist es für unsere Branche eine Katastrophe." Am Mittwoch soll im Nationalrat eine Ökostromnovelle fixiert werden. Die Biogasanlagen-Betreiber um Sprecher Hannes Hauptmann machen noch einmal mobil: Sie befürchten, dass nur wenige Anlagen überleben.

Der Landwirt soll zum Energiewirt werden." Wenn Hauptmann an jenen Slogan denkt, mit dem Anfang der 2000er-Jahre der Einstieg in die Biogasbranche beworben wurde, kann der Bad Blumauer nur gequält lächeln. "Wir waren ein reiner Ackerbaubetrieb ohne Vieh und glaubten, dass ist ein tolles weiteres Standbein." Im Jahr 2005 wurde die Anlage in Betrieb genommen.

Die Aussichten waren verlockend. Für 13 Betriebsjahre gab es einen geförderten Tarif für den ins Netz eingespeisten Strom. "Alle dachten, wir sind danach marktfähig." Weit gefehlt: Der Strompreis ist im Keller und wird sich bis 2018, wenn die Förderung bei Hauptmann ausläuft, nicht erholen.

14 Bürgermeister machen mobil
Was jetzt? Der Nationalrat will diese Woche zwar Förderungen für sieben weitere Jahre beschließen, "das Problem ist aber die Deckelung der Gesamtkosten", meint Hauptmann. Von 288 Anlagen in Österreich könnten seiner Rechnung nach nur etwa 60 überleben, in der Steiermark dürften es nur sechs von 37 sein. "Ob ich dazugehöre, kann ich heute noch nicht sagen."

Dieser Tage werden noch einmal alle Kräfte mobilisiert, so haben beispielsweise 14 steirische Bürgermeister (von Ligist über Kalsdorf und Paldau bis Gnas) eine Petition "Pro Ökostrom" unterzeichnet und an die Ministerien geschickt. Denn in den Anlagen wird nicht nur Strom aus Mist, Maissilage und Grünschnitt produziert, sondern vielfach auch Wärme. Hauptmann beheizt unter anderem Volksschule, Feuerwehrhaus und Sportzentrum. Die Lieferverträge müssen natürlich eingehalten werden: "Kollegen, die ihre Anlage schon abgestellt haben, müssen jetzt mit Ölheizungen arbeiten…"

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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