Di, 23. Jänner 2018

Abgenommen für zwei

27.03.2017 13:20

Suzuki Swift: Mild vor wild auf Mini-Kurs

Größer. Breiter. Höher. Die meisten Hersteller lassen ihre Autos wachsen, nur bei Suzuki geht’s in die andere Richtung: Schon der Vitara wurde geschrumpft, nun auch der Suzuki Swift. 13 Millimeter wurde der Kleinwagen kürzer, dafür entwickelte der Japaner eine innere Größe. In der auch ein zweites "Herz" Platz findet.

Optisch hat der Suzuki etwas von Mini. Und die beiden kommen sich tatsächlich immer näher. Während der dreitürige Brite auf 3,821 Meter wuchs, verkürzten die Japaner den ausschließlich nur mehr als Fünftürer erhältlichen Swift auf 3,837 Meter. Die steile Windschutzscheibe und das mit schwarz lackierten Elementen optisch klar abgetrennte Dach sind ihnen auch gemein.

Der kleine Suzuki erhielt dank völlig neuer Plattform allerdings 20 Millimeter mehr Radstand als sein Vorgänger, damit lässt es sich auch für einen Gleichgroßen hinter einem 1,85-m-Fahrer auf der Rückbank passabel sitzen. Und auch der Kofferraum schluckt um stattliche 54 Liter (nun 265) mehr. Dafür weist er eine unpraktische Stufe bei umgeklappter Rückbank auf.

Im Innenraum geht’s überraschend leise zu (angeblich genau 3 Prozent leiser als im alten Swift), außer man klopft auf das viele Hartplastik. Das ist allerdings hübsch arrangiert, das Cockpit schön aufgeräumt. Der 7-Zoll-Touchscreen, der auch mit AndroidAuto und Apple CarPlay kann, dürfte ruhig etwas weiter oben platziert sein. Hilfe wird dem Fahrer in Form von Müdigkeitserkennung, Fernlichtassistent und Adaptiv-Tempomat gereicht. Stolz ist Suzuki auch auf die Dual-Sensor-gestützte aktive Bremsunterstützung (DSBS) zur Kollisionsvermeidung. Allerdings ist das System ziemlich nervös, legte auf unserer Testrunde in einem Tunnel mit Gegenverkehr eine unnötige Vollbremsung hin …

Da riss es den Fahrer vor Schreck fast aus dem Sitz. Die Sitzposition selbst fällt nun etwas tiefer aus als beim Vorgänger, vorne sind es 20 Millimeter, hinten sogar 45 Millimeter. Niedrigerer Schwerpunkt sorgt natürlich automatisch für ein sportlicheres Verhalten in Kurven. So konnten die Ingenieure dem Suzuki ein komfortableres Fahrwerk spendieren, das auch Kanaldeckel bügelt, aber keinesfalls schwammig ist. Und im Gegensatz zum größeren Baleno liefert die Lenkung auch eine gute Rückmeldung.

Richtig zurückhaltend ist dafür der Dreizylinder-Benziner. Vibrationsarm und erst bei höheren Touren kernig im Klang, stemmt der 1,0-l-Turbo mit 111 PS die rund 900 kg - der Swift hat immerhin bis zu 120 kg abgespeckt - in 11,9 Sekunden auf hundert. Der Kleine dreht willig hoch. Beim Anfahren und Beschleunigen hilft ein "zweites Herz" - ein integrierter Startergenerator greift als E-Motor ein, das spart Sprit. Die Akkus sammeln ihre Kraft aus der Bremsenergie-Rückgewinnung. Damit ist er ein sogenannter Mild-Hybrid. Die Norm verspricht einen Verbrauch von 4,0 Liter, die auf unserer flott gefahrenen Testrunde 4,9 Litern sind auch schwer okay.

Als Alternative wartet der bekannte 1,2-l-Vierzylinder-Sauger (auf Wunsch ebenfalls als Mild-Hybrid) mit 90 PS - dafür gibt’s diesen statt mit Fünfgang-Schalter auch mit CVT-Automatik. Und sogar Allrad-Antrieb ist hier zu haben, das kann sonst kaum wer in dieser Liga bieten.

Doch wo bleibt der Swift Sport? Keine Sorge, der kommt wieder, im September ist Produktionsstart, dann soll ein 1,4-l-Turbo rund 145 PS mobilisieren. Für den "normalen" Swift ist schon Ende April Marktstart, der Einstiegspreis soll knapp über 13.000 Euro liegen. Erst mild(hybrid), dann wild…

Warum?

  • Mini-Optik für weniger Geld
  • gute Fahreigenschaften, sogar Allrad erhältlich
  • tolle Raumausnutzung

Warum nicht?

  • Nervöser Kollisionswarner

Oder vielleicht …

… Mini, Toyota Yaris Hybrid, Fiat Panda

Stefan Burgstaller

 krone.at
Redaktion
krone.at
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