Sa, 18. November 2017

Bären, Lachse & Co.

13.04.2017 14:14

Eine unvergessliche Kreuzfahrt nach Alaska

Bären und Wale beim Fischen beobachten, mit dem Husky-Schlitten über einen Gletscher flitzen - eine Kreuzfahrt in den nördlichsten Bundesstaat der USA ist unvergesslich.

Buckelwale vor Juneau
Ein kleines Mädchen quietscht vor Aufregung, einer Dame bleibt der Mund offen stehen, und ein bärtiger Fotograf lässt vor Staunen die Kamera sinken: Niemand an Bord der "Sitku" bleibt cool, als plötzlich gut zehn schwarze Kolosse mit aufgerissenen Mäulern durch die Wasseroberfläche schießen.

Es ist eine Gruppe Buckelwale, die sich vor der Küste Juneaus in Alaska mit einer ganz ausgefuchsten Methode den Bauch mit Lachs vollschlägt: "Beim sogenannten Bubble-net feeding erzeugt ein Wal unter Wasser ein 'Netz' aus Blasen, ein zweites Tier stößt einen für die Fische ohrenbetäubenden Lärm aus, sodass diese direkt in das 'Netz' flüchten. Die Wale brauchen dann nur noch mit offenem Maul in den Schwarm zu schwimmen", erklärt die junge Biologin Haylee, die anhand der einzigartigen Schwanzflossen-Muster sogar zwei Wale identifizieren konnte: "Fruit Loop" und "Ghost" sind demnach wohlauf. Der Lachsschwarm jedoch wurde empfindlich dezimiert auf dem Weg zu den Laichplätzen ...

Es ist Juli, doch der Sommer in Alaska ist frisch durchgefroren, aber glücklich kehren die Passagiere der "Nieuw Amsterdam" von Holland America Line nach dem unvergesslichen Erlebnis wieder auf ihr Kreuzfahrtschiff zurück. Denn der unschlagbare Vorteil einer Alaska-Kreuzfahrt ist natürlich, dass selbst nach den wildesten Naturexkursionen am Abend wieder purer Luxus wartet! Nach einem Bad im Whirlpool und einer entspannenden Massage können sich Gourmets aussuchen, ob sie etwa delikate Sushi-Kreationen im Tamarind oder ein perfekt gegartes Steak mit toller Aussicht im Pinnacle Grill genießen möchten. Achtung, liebe Eltern: Für ein perfektes Kinderprogramm ist an Bord ebenso gesorgt!

Neets Bay
Schon am nächsten Morgen folgen Naturliebhaber aber schon wieder den Lachsen, die genauso untrennbar mit dem nördlichsten Bundesstaat der USA verbunden sind wie der Goldrausch, der hier im 19. Jahrhundert die Gemüter erhitzte. Es geht nach einem Spaziergang durch das malerische, auf Holzpfählen ruhende Ketchikan mit dem Wasserflugzeug bei atemberaubender Aussicht zur nahen Neets Bay. Wo die rosaroten Flossenträger zu Abertausenden die immer seichter werdenden Flüsse erklimmen.

Es ist ein gedeckter Tisch, den die hier heimischen Schwarzbären vorfinden: "Wenn ihr einem begegnet, dann lauft bitte nicht weg, sondern hebt einfach die Arme und macht laute Geräusche. Meistens greifen sie dann nicht an", erklärt Bärenexperte Sam trocken, bevor es losgeht. Tatsächlich interessieren sich die nur etwa 20 Meter entfernten Bären nicht für die neugierigen Menschen, sondern stecken fast schon faul die Schnauzen in das vor Lachsen wimmelnde Wasser und genießen das Festessen. Ist der Bauch voll, machen sie ein Schläfchen im Gras.

Bären, Wale, Adler aber auch die Menschen laben sich an den fünf Sorten Lachs, die jeden Sommer nach Alaska pilgern, um hier für Nachwuchs zu sorgen: King, Coho, Sockeye, Keta und Pink. Natürlich wird der Gourmet-Fisch auch auf der "Nieuw Amsterdam" serviert und auf dem Weg zur Wanderung am Fuße des Mendenhall-Gletschers weicht Busfahrerin Amy Tausenden über die Fahrbahn verteilten Fischen aus, die ein umgekippter Lkw verloren hat: "Das ist noch gar nichts. Einmal knallte hier ein Lachs sogar gegen die Windschutzscheibe eines Flugzeugs ein Adler hatte ihn verloren. Wir Einheimischen nennen den Vorfall seither 'Fliegendes Sushi'."

Mit Huskys unterwegs
Alaska hört auf der gut einwöchigen Kreuzfahrt mit Start- und Endpunkt Vancouver (Kanada) nicht auf, einem den Atem zu rauben: In den Husky-Camps warten flauschige Hundebabys auf Streicheleinheiten, während das erwachsene Rudel die begeisterten Besucher in Windeseile über das Eis zieht. Helikopter setzen Mutige mit Spezialschuhen und Skistöcken am Gletscher ab, wo sie bei einer spannenden Klettertour Schmelzwasser trinken, das zuvor 1000 Jahre lang gefroren war. Und wer einmal in der Früh verschlafen aus seinem Kabinenfenster geschaut hat und plötzlich nichts als die 75 Meter hohe Eiswand des Margerie-Gletschers vor sich hatte, der will nie mehr einfach nur Strandurlaub machen.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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