Mi, 13. Dezember 2017

Anschlag in London

27.03.2017 08:58

Innenministerin fordert Zugang zu WhatsApp

Nach dem Anschlag von London mit fünf Toten und etwa 50 Verletzten ist in Großbritannien eine Debatte über die Verschlüsselung von Kurznachrichten entbrannt. Die britische Innenministerin Amber Rudd forderte am Sonntag WhatsApp und andere Social-Media-Unternehmen auf, Sicherheitsbehörden Zugang zu verschlüsselten Nachrichten zu gewähren.

"In dieser Situation müssen wir sicherstellen, dass unsere Geheimdienste Zugang zu verschlüsselten WhatsApp-Nachrichten haben", sagte Rudd mit Blick auf Medienberichte, wonach Attentäter Khalid Masood kurz vor dem Anschlag noch den Kurznachrichtendienst WhatsApp nutzte. Rudd kündigte an, in der kommenden Woche auf eine Reihe von Firmen mit Vorschlägen für eine Zusammenarbeit zuzugehen.

Die Polizei wollte sich zu möglichen WhatsApp-Chats Masoods nicht äußern. "Es handelt sich um pure Spekulation durch die Medien", sagte ein Scotland-Yard-Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

"Wissen könnte mit ihm gestorben sein"
Erst am Samstag hatten die Behörden eingestanden, dass möglicherweise nie geklärt werden kann, was Masood zu seiner Tat trieb. "Wir müssen alle die Möglichkeit akzeptieren, dass wir nie verstehen werden, warum er das getan hat. Dieses Wissen könnte mit ihm gestorben sein", hieß es in einer Mitteilung.

Die Polizei geht davon aus, dass Masood alleine handelte. Doch weiterhin ist unklar, ob der 52-Jährige bei der Vorbereitung unterstützt wurde oder ob er möglicherweise einen Auftrag für den Terroranschlag erhielt. "Wir sind entschlossen zu verstehen, ob Masood ein Einzeltäter war, der von terroristischer Propaganda inspiriert wurde, oder ob ihn andere ermutigt, unterstützt oder angeleitet haben", hieß es in der Scotland-Yard-Mitteilung weiter.

Masood war am vergangenen Mittwoch mit einem Wagen gezielt in Fußgänger auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete dabei drei Menschen; anschließend erstach er einen unbewaffneten Polizisten vor dem Parlament. Masood wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden bei seinem Attentat teils schwer verletzt. Der ganze Anschlag dauerte gerade einmal 82 Sekunden.

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Redaktion
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