Mo, 18. Dezember 2017

Bestellen unmöglich

27.03.2017 07:04

Blinde klagen Roboter-Restaurant in den USA

Weil Blinde keine Bestellungen aufgeben können, hat ein Verband sehbehinderter Menschen in den USA das Roboter-Restaurant Eatsa verklagt. Dort gehört es zum Geschäftsprinzip, dass Kunden ihre Speisen in den Filialen per Tablet bestellen.

Die Kette verlasse sich "auf ausschließlich optische Displays" und biete in seinen Tablets keine Möglichkeit, Optionen im Menü per Ton ansagen zu lassen oder per Tastsinn auszuwählen, heißt es in der Klageschrift. Eingabehilfen für Blinde sind in Tablets normalerweise vorgesehen, in den speziellen Eatsa-Menüs bisher aber nicht nutzbar.

Restaurants der in San Francisco gestarteten Kette, die inzwischen auch Filialen in New York und Washington betreibt, sind bis auf die Köche voll automatisiert. Fertige Bestellungen stehen griffbereit in einer von mehreren beleuchteten Kammern.

"Eatsas Design ist blinden Kunden komplett unzugänglich", schreiben die Anwälte vom Verband American Council of the Blind und den Disability Rights Advocates, die für die Rechte von blinden und sehbehinderten Menschen kämpfen, in der am Donnerstag eingebrachten Klage.

Das Unternehmen verwies in einer Stellungnahme auf Beschäftigte in den Filialen, die jederzeit bei der Bestellung helfen könnten. "Wir bedauern, dass Disability Rights Advocates die Mitarbeiter bei Eatsa nicht einbezogen hat, bevor sie rechtliche Schritte unternommen hat", teilte Eatsa mit und zeigte sich offen für eine "einvernehmliche" Lösung.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden