Fr, 24. November 2017

Abstimmung

25.03.2017 23:30

Freitag ist der „Tag X“ für Gaißau-Hintersee

20 Prozent des ausständigen Geldes dieses Angebot an die Gläubiger hat Haupteigentümer (75%) Zhonghui Wang auf den Tisch gelegt. Am Freitag entscheidet sich, ob sie es annehmen oder nicht. Fakt ist: Sie erwarten sich nach einer guten Saison eigentlich mehr. Und fest steht: Am Freitag entscheidet sich alles.

Irgendwie fiebert ganz Salzburg beim Thema Gaißau-Hintersee mit. Selbst die riesigen Skigebiete im Pinzgau und Pongau, denn die Stadt Salzburger, Flachgauer und Oberösterreicher lernen hier den Wintersport zu lieben, um später bei den "Großen" die Saisonkarte zu kaufen. Das stadtnahe Skigebiet ist die "Kinderstube" für die "Big Player" der Branche.

Schwierige Abstimmung für die über 70 Gläubiger
Der chinesische Haupteigentümer hat die Gaissauer Bergbahn GmbH in die Insolvenz geschickt, um rund 1,3 Millionen Euro Schulden los zu werden. Das und eine chronische Unzuverlässigkeit nehmen ihm die Salzburger übel, der Ruf nach einheimischen Investoren, um den Chinesen los zu werden, wird immer lauter. Doch wie könnte es nach der Gläubigerabstimmung am 31. März weiter gehen? Masseverwalter Dr. Wolfgang Hochsteger weiß es:

Option 1: Die Gläubiger stimmen der 20-Prozent-Quote zu, oder bekommen ein besseres Angebot. Die Eigentümerstruktur (75% in chinesischer Hand, 25% in einheimischer) bliebe gleich. Dann heißt es bangen, was der Schmuckmagnat aus Fernost weiter macht.

Gibt es eine "einheimische" Lösung ohne chinesische Beteiligung?
Option 2: Die Gläubiger sagen "nein", das Unternehmen wird zerschlagen, der Masseverwalter muss das beste aus der Situation machen, sprich am meisten Geld. "Ja, das kann bis zum Abverkauf einzelner Lifte gehen", bestätigt der Halleiner Anwalt. Es könnte sich aber auch ein neuer Investor oder mehrere finden, die das Unternehmen weiter führen.Wagrain-Flachau-Deal

als Vorbild für Gaißau?"Das Interesse, den Liftbetrieb zu erhalten, ist enorm hoch. Das hat man daran gesehen, dass viele im Jänner und Februar zum Skifahren kamen. Es wurde ein Umsatz von 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet, in sehr kurzer Zeit. In Spitzenzeiten kamen 3.500 Wintersportler pro Tag", so der Masseverwalter. Die Salzburger haben "ihr" Skigebiet nicht im Stich gelassen, jetzt nachdem die Saison beendet wurde, liegt das Schicksal aber in anderen Händen. Es geht nicht nur um den laufenden Betrieb und die jährlichen Verluste abzufangen, es geht um Millionen schwere Investitionen vor allem in die Beschneiung um konkurrenzfähig zu werden. "Da bin ich schon der Meinung, was auch immer am Freitag heraus kommt, dass die ganze Region zusammen halten muss, Gemeinden, Tourismusverbände, Betriebe und so weiter", so Hochsteger. Dafür werden im Hintergrund die Fäden gezogen und man schaut in Richtung Pongau. Dort gelang vor wenigen Wochen der Überraschungsdeal als der Raiffeisenverband und Wagrain die vakant gewordenen Flachau-Anteile übernommen haben eine 100 Prozent einheimischen Lösung. Ausländische Investoren wurden ausgebremst.

Interview
LH Wilfried Haslauer versucht im Hintergrund eine Lösung für Gaißau-Hintersee zu finden. Das Gebiet sei wichtig, sagt er.

Herr Landeshauptmann, könnte man auf dieses Skigebiet verzichten?

"Nein, es ist sehr wichtig, ein Nahversorgungsgebiet für die Skifahrer. Die Stadt Salzburger fahren hin, es hat eine naturbelassene Schönheit. Ich bin neugierig, was heraus kommt. Wir haben auf jeden Fall großes Interesse, dass es weiter geht."

Können Sie im Hintergrund Fäden ziehen?

"Ja, das geschieht auch. Die entscheidende Frage ist, wie es mit dem Eigentümer weiter geht. Ohne ihn geht nichts, wer auch immer der Eigentümer ist. Wenn der Investor aus China sagt, es interessiert ihn nicht mehr und es kommt ein anderer, dann muss man mit dem anderen sprechen."

Wie würde für Sie die Ideallösung nach dem 31. März aussehen?

"Ich habe meine Vorstellungen, gebe sie aber nicht kund, will niemanden vor den Kopf stoßen."

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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