Di, 24. April 2018

Theater Atlantis

25.03.2017 09:56

Klaus Rohrmoser inszeniert Henrik Ibsen in Hall

Im Theater Atlantis in Hall feierte nun eine wahre Rarität, nämlich das Stück "Klein-Eyolf" von Henrik Ibsen, Premiere. Unter der Regie von Klaus Rohrmoser legten die sechs Darsteller eine bravouröse Leistung auf die Bühne. Das Stück handelt von ausuferndem Egoismus der heute etwas wertfreier als Individualismus bezeichnet wird und die daraus resultierende emotionale und soziale Vereinsamung. Eine große Herausforderung für die Schauspieler, die sie jedoch mit großer Bravour gemeistert haben.

Henrik Ibsens Stück "Klein-Eyolf", das er 1894 geschrieben hat, ist keine leichte Kost. Worum geht es? Weil er als Säugling vom Tisch gefallen ist, läuft der kleine Eyolf (Marco Stocker) mit einem verkrüppelten Bein herum. Seit dem Unfall haben sich seine Eltern, Rita und Alfred Allmers (Amarilla Ferenczy und Michael Walde-Berger), auseinander gelebt. Alfred hat sich in wissenschaftliche Arbeiten zurückgezogen. Rita fühlt sich von ihm abgewiesen und das umso mehr, als Alfred plötzlich beschließt, zwar die Arbeit aufzugeben, seine Kraft und Zeit aber stattdessen einzig und allein dem inzwischen neunjährigen Sohn zu widmen. Hinzu kommt noch Alfreds Schwester Asta (Nevena Lukic), seine eigentliche Liebe. Eines Tages erscheint eine Frau, die "Rattenfrau" (Susanne Schartner) und bietet den Allmers ihre Dienste an: Sie will die Ratten des Hauses ins Wasser locken. Fasziniert von der geheimnisvollen Frau, folgt ihr Klein-Eyolf zum Wasser und ertrinkt. Mit dem Tod des Jungen kehrt auch die Vergangenheit zurück, brechen wechselseitige Vorwürfe, Gefühle von Eifersucht und Schuld wieder in das Leben der Allmers ein. Jeder verfällt einem ausufernden Egoismus. Rita, Alfred, Asta und auch der Ingenieur Borgheim (Lucas Zolgar), der wiederum in Asta verliebt ist, was bis zum Schluss unerwidert bleibt.

Tolle Gesamtleistung

Wie eingangs erwähnt: Das Stück ist keine leichte Kost, doch das Ensemble fesselt den Zuschauer von Anfang an und nimmt ihn mit auf die düstere Reise in die Abgründe der menschlichen Seele. Großes Theater in einem kleinen Rahmen.

Die weiteren Termine: 25. und 31. März sowie 1., 7. und 8. April. Beginn: 20 Uhr. Freies Theater Atlantis in der Saline 15 in Hall. www.theater-atlantis.at

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