Di, 21. November 2017

Fresenius-Werk

24.03.2017 14:48

Salzburger sind treue Spender

Mit Jahresende schließt der Fresenius-Standort in Eugendorf seine Blutbeutel-Produktion, 69 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Das Rote Kreuz hat seine Anteile am Werk bereits verkauft, Salzburg ist bei Blutkonserven aber top aufgestellt. Und: Die Geschützten Werkstätten (GWS) dürfen weiter für Fresenius produzieren.

Es war eine Schock-Nachricht für die 69 Mitarbeiter in Eugendorf: Mit Jahresende schließt das Fresenius-Werk seine Pforten. Die Blutbeutel-Produktion wird nach Tschechien ausgelagert, der Standort im Flachgau rechnet sich laut Unternehmen nicht mehr.

Die Fresenius HemoCare Austria ist eine Tochter des Pharma-Konzerns Fresenius Kabi, der sich auf Produkte für die Infusions- und Ernährungstherapie spezialisiert hat mitunter Dialysegeräte und eben Blutbeutel.

Die Bluttransfusionstechnik hat in Salzburg eine lange Geschichte: Gegründet in den 1950er-Jahren im Landes-Spital errichtete 1979 das Rote Kreuz einen Neubau eben in Eugendorf, der 2001 von der Fresenius übernommen wurde. Das Rote Kreuz behielt fünf Prozent Anteile an dem Werk

Die wurden mit Jahresbeginn an Fresenius verkauft. "Es war bekannt, dass es keine Garantie für eine Fortführung der Produktion in Eugendorf gibt", erklärt dazu Fresenius-Sprecher Alexander Kleedorfer.

Wir sind gut vorbereitet
Auch, weil die Nachfrage nach Blutbeuteln nicht mehr so gegeben ist. "Ein Auftrag von uns ist es, Blut zu sparen und damit muss auch weniger produziert werden", bestätigt Dr. Eva Rohde, Primaria der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. "Weil durch moderne Operations-Methoden auch weniger Blut benötigt wird."

Salzburg ist bei den Blut-Reserven dennoch gut aufgestellt: 2016 gab es 32.000 Konserven von 21.500 Spendern. "Ein minimaler Rückgang zu den Vorjahren. Wir sind gut vorbereitet", lobt Michael Leinich vom Roten Kreuz die treuen Blutspender in Salzburg. "Wir sind natürlich froh um jeden, der zu uns kommt!"

Durchaus positive Signale gibt es von Fresenius Kabi in Richtung Geschützte Werkstätten, die im Lungau mit etwa 30 Mitarbeitern eine Vorproduktion der Blutbeutel über hatten. "Wir sind bereit, weiterhin Produkte abzunehmen. Die Geschützten Werkstätten haben sich für andere Standorte schon qualifiziert", so Kleedorfer.

Max Grill, Kronen Zeitung

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