Fr, 15. Dezember 2017

Renommierter Preis

24.03.2017 15:27

Millionensegen für drei Wissenschafter in Tirol

7,5 Millionen Euro für die Forschung in Tirol! Den höchsten Preis des Europäischen Forschungsrates heimsten gleich drei Wissenschafter ein. Je einen "Advanced Grant" mit 2,5 Millionen Euro erhalten der Mediziner Martin Widschwendter, Latinist Martin Korenjak und Quantenphysiker Christian Roos.

"Wir können stolz auf diese drei Wissenschafter in Tirol und ihr Know-how sein", freut sich Karlheinz Töchterle, ÖVP-Wissenschafts- sowie Forschungssprecher. Der "Advanced Grant" ist eine Auszeichnung, die nur wenige europäische Spitzenforscher erhalten. Umso größer ist auch die Freude bei den Preisträgern selbst.

"76 % der Krebsfälle im Unterleib werden sehr spät erkannt"

Mit dem Tiroler Martin Widschwendter, der in London tätig ist, wurde in Österreich erstmals ein Mediziner mit diesem Preis ausgezeichnet. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich der Früherkennung und Vorbeugung von Brust- und Unterleibskrebs. "Auf diesem Gebiet haben wir nur den Gebärmutterhalskrebs, der im Frühstadion mittels eines Abstriches diagnostiziert werden kann. Rund 76 Prozent der anderen Krebsfälle werden erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Das heißt, dass wir noch sehr viel zu tun haben", sagt Widschwendter.

Neuer Bluttest zur Früherkennung von Unterleibskrebs

Eines der ersten Projekte, das der Mediziner umsetzen möchte, ist die Implementierung eines vollkommen neuen Bluttests zur Früherkennung von Unterleibskrebs. Die weiteren Forschungsarbeiten sollen im Zuge von einer eigenen Forschungseinheit an der Umit in Hall, die mit den 2,5 Millionen Euro finanziert werden soll, stattfinden. Das Preisgeld wird über fünf Jahre ausbezahlt.

Die Sprache Latein im Mittelpunkt

Der zweite Wissenschafter in Tirol, der einen "Advanced Grant" erhält, ist Latinist Martin Korenjak. Der gebürtige Oberösterreicher beschäftigt sich am Institut für Sprachen und Literatur an der Universität Innsbruck mit der Rolle von Latein in der frühen Wissenschaftsgeschichte. Er will nun wissenschaftliche Texte in lateinischer Sprache aus der frühen Neuzeit systematisch erfassen und untersuchen. Die Texte werden auch für die interessierte Öffentlichkeit digital zugänglich gemacht.

Neuer Quantensimulator

Und der dritte Wissenschafter, dem diese Ehre zuteil wird, ist der deutsche Quantenphysiker Christian Roos. Mit dem Preisgeld will er am Institut für Quantenoptik und -information der ÖAW an der Universität Innsbruck einen neuartigen Quantensimulator erbauen. "Das wird eine Herausforderung", verdeutlicht Roos.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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